Datum:

Das Biobarometer schlägt in Richtung Bio aus

Um Bioprodukte erfolgreich im Markt positionieren zu können braucht es Marktforschung. Hanna Stolz untersucht, warum SchweizerInnen Bio kaufen und warum nicht.

von hps

Welche Gründe, wie stark gewichtet, sprechen für den Kauf von Bio. Dunkelgrüne Linie Konsumenten mit hohem Biokonsum. (zVg )
Was sind die Gründe, warum die Schweizerinnen und Schweizer biologisch erzeugte Produkte essen? Wer sind die Biokonsumenten und worauf legen Sie wert? Was fördert den Absatz von Biolebensmitteln? All dies untersuchte Hanna Stolz vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL). Die Umfrage wurde im Dezember 2020 mit einer Stichprobengrösse von 978 Personen gemacht und von Stolz anlässlich des Bio Symposiums in Bern am 18. November vorgestellt. Vorneweg das Fazit: Der Biokonsum ist gestiegen, die Pandemie war der Grund dafür.
Gutverdienend und gebildet
Die Käuferschaft mit einem hohen Biokonsum lebt meistens in Städten, ist gutverdienend und ist gebildet. Die Kaufmotive sind laut der Untersuchung die artgerechte Tierhaltung, keine Pflanzenschutzmittelrückstände in den Lebensmitteln, die Vermeidung von Antibiotika-Rückständen in der Nutztierhaltung, Vermeidung von Kunstdünger und allgemein die umweltschonende Produktion. Ausserdem spreche eine gesunde Ernährungsweise für den Verzehr von Biolebensmitteln, wie Stolz erklärte.
Während in der Studie von 2018 zum Beispiel die Vermeidung von Gentechnik oder Kunstdünger für die Befragten noch weniger wichtig waren, wurden diese Kriterien in der letzten Untersuchung wichtiger, wie Stolz erklärte. Dagegen sei die Regionalität und die Einhaltung von Sozialstandards für die Biokonsumenten weniger stark gewichtet worden.
Preisargument und Verpackung gegen Bio
Was spricht gegen den Kauf von Biolebensmitteln? Auch dies untersuchte Hanna Stolz. Erstens werde in den Kantinen, Restaurants und Take-aways zu wenig Bio angeboten. Danach folgt auch gleich das Preisargument, wonach Biolebensmittel zu teuer sind, gefolgt vom Grund, dass sie ausserdem zu stark verpackt seien. Auch grundlegende Überlegungen spielen beim Kaufentscheid mit: Konsumentinnen und Konsumenten zweifeln daran, dass überhaupt Bio drin ist, wo Bio drauf steht. Eine weitere Kaufbarriere ist gemäss Stolz, dass Biolebensmittel aus Sicht der meisten der befragten Menschen gar nicht besser schmecken – und dass es zu wenig Biolebensmittel aus der Schweiz gibt.
Label ist nicht gleich Bio
Es gibt nicht nur die Knospe, die mit Nachhaltigkeit punkten will und um die Gunst des Konsumenten ringt. Auf die Frage, was Bio ist, erkannten 97 Prozent der Befragten die Knospe. 96 Prozent anerkannten Migros Bio als biologisch, 62 Prozent bezeichneten Naturaplan, 55 Prozent Alnatura und 43 Prozent Demeter als Bio. Aber auch 42 Prozent der Befragten gaben an, IP Suisse sei biologisch. Hier habe man noch Handlungsbedarf, sagte Stolz.