Selbständige machen Konditoreien Konkurrenz
Confiseurinnen und Bäckerinnen, die sich selbständig machen, gibt es immer mehr - und sie werden zur Konkurrenz für etablierte Betriebe.
Das Angebot von Kuchen, Torte, Schokolade und Backwaren aus der eigenen Küche wächst an. Immer mehr Konditorinnen und Bäckerinnen – häufig sind es Frauen – produzieren im eigenen Atelier oder in der eigenen Hofbäckerei süsse Spezialitäten, wie Radio SRF im Regionaljournal Bern-Freiburg-Wallis berichtete. Vorgestellt wurde Tanja Bauer, eine gelernte Confiseurin, die im eigenen Atelier in Gümligen Torten auf Bestellung fabriziert. Sie sei überrascht, wie gut es laufe und könne in der Hochzeitssaison bis zu 15 Torten pro Woche herstellen. Die Nachfrage nach speziellen und individuellen Torten sei stark gestiegen, die Kunden seien auch gewillt, für personalisierte Torten mehr zu bezahlen, sagt Bauer. Bäckereien und Confiserien würden immer häufiger Standardprodukte anbieten, die vermehrt maschinell hergestellt würden, das Handwerk gehe so verloren.
Das sei auch ein Grund dafür, weshalb gelernte Confiseure häufig die Betriebe verlassen würden. «Von meinem Jahrgang kann ich an einer Hand abzählen, wer noch auf dem Job arbeitet», wird Bauer zitiert. Auch das Arbeitsklima sei häufig nicht sehr gut.
Die Bäcker-Confiseure haben an der Entwicklung keine Freude. «Der Fachkräftemangel ist ein grosses Thema», wird Johann Eichenberger, Präsident des Vereins Bäcker-Confiseure Bern-Solothurn, zitiert. Ihm sei bewusst, dass die Arbeitszeiten nicht für alle attraktiv seien und dass der Beruf körperlich anstrengend sei. Man versuche deshalb immer wieder, mehr Lernende zu finden. Es gebe auch immer noch viele Konditoreien, wo stark auf das Handwerk gesetzt werde.