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Polen brummt Kaufland Millionenstrafe auf

Die Supermarktkette Kaufland muss in Polen rund 30 Millionen Euro Strafe zahlen. Es geht um illegale Einkaufspraktiken und falsch deklarierte Herkunftsländer.

von lz/mos

(zVg)
Die polnische Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde hat Kaufland in zwei separaten Verfahren zu Strafzahlungen in Höhe von umgerechnet rund 30 Millionen Euro verdonnert. Das berichtet lebensmittelzeitung.net. Kaufland kann den Entscheid anfechten, gegenüber der Zeitung wollte sich das Unternehmen nicht äussern.
Der grösste Teil der Strafe betrifft Verstösse von Kaufland beim Umgang mit Lieferanten. Laut den Behörden hat Kaufland bei Verhandlungen mit Lieferanten die Konditionen für das neue Jahr erst nach dem Beginn des Vertragszeitraums festgelegt. Die Hersteller wussten darum zunächst nicht, zu welchen Konditionen sie bis zur Unterzeichnung der Verträge ihre Waren geliefert hatten, wie lz.net berichtet. In neuen Verträgen seien dann oft zusätzliche Rabatte eingeführt oder bestehende Rabatte rückwirkend erhöht worden. Solche rückwirkende und einseitige Vertragsveränderungen sind laut EU-Recht verboten.
Ein kleinerer Teil der Geldstrafe wurde verhängt, weil Kaufland in polnischen Filialen Fehler bei der Herkunftskennzeichnung von Gemüse machte. Polnisches Gemüse sei in mehreren Fällen bei Kontrollen tatsächlich aus Deutschland oder den Niederlanden gestammt, heisst es in dem Bericht. Es seien regelmässige falsche Herkunftsangaben gemacht worden.