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Yasai nimmt Vertical Farm in Betrieb

Mit Yasai geht das erste Vertical-Farming-Projekt der Schweiz an den Start. Auf der von der Fenaco unterstützten Anlage werden vorerst Kräuter produziert, später folgen Gemüse und Beeren.

von pd/hps

Die Lebensbedingungen der Pflanzen in der Pilotanlage sind optimal. (zVg)
Die Indoor-Produktion ermöglicht einen Anbau während 24 Stunden und 365 Tagen im Jahr. (zVg)
Basilico in der Anlage. (zVg)
Das Gründungsteam: Mark E. Zahran, Philipp Bosshard und Stefano Augsburger. (zVg)
Das ETH-Spin-Off Yasai hat die erste hochautomatisierte Vertical Farm der Schweiz in Betrieb genommen. Das Projekt in Niederhasli ZH, wurde von der Fenaco unterstützt, wie die Agrargenossenschaft in einer Medienmitteilung schreibt. Detailhändler Coop nehme Produkte der Vertical Farm ins Sortiment auf. So steht ab sofort frisches Basilikum von der «Farm» zur Verfügung, wie Coop in einer Mitteilung schreibt. Weitere Kräuter sollen Schritt für Schritt aufgenommen werden, Yasai will die Produktion auf der Pilotanlage schrittweise ausbauen. Ab März komme Minze und Koriander hinzu – Blattgemüse und Beeren sind in Planung.
Ende 2021 wurde Bau der Pilot-Farm abgeschlossen. Momentan bietet die Anlage gemäss Mitteilung Platz für rund 50 000 Pflanzen, ist aber weiter ausbaufähig. Ab dem 1. Februar 2022 werde das Vorhaben als «Innosuisse»-Forschungsprojekt weiter vorangetrieben. Mit Leistungen im Wert von rund einer Million Schweizer Franken könne Yasai zusammen mit Spezialistinnen und Spezialisten der ZHAW, der Agroscope und der Fenaco sämtliche Anbau- und Arbeitsprozesse der Vertical Farm optimieren. Schon im Oktober 2020 hatte die Genossenschaft die Zusammenarbeit mit Yasai und die Investition von einer halben Million Schweizer Franken in die Pilotanlage angekündigt.
Gegenüber der herkömmlichen Produktion bietet die Indoor-Produktion eine markante Steigerung der Produktivität bei massiv tieferem Wasserverbrauch und weniger oder keinen Pflanzenschutzmitteln bietet. Ausserdem könne der Anbau während 24 Stunden und 365 Tagen im Jahr stattfinden und der Anteil von Schweizer Gemüse und Kräutern so gesteigert werden.
Fenaco will jedoch nicht in Konkurrenz zur Schweizer Landwirtschaft auftreten. «Wir betrachten unsere Investition als Vorleistung und Entscheidungsgrundlage für die Schweizer Bäuerinnen und Bauern», wird Daniel Schwab, Category Manager Gemüse von Fenaco und Projektmanager Vertical Farming, zitiert. Die Genossenschaft wolle auch in Zukunft nicht landwirtschaftlich produzieren.