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Schwieriges Jahr für deutsche Süsswarenindustrie

Im Vergleich zum schlechten Vorjahr konnten deutsche Süsswarenhersteller 2021 zulegen. Steigende Kosten machen der Branche aber zu schaffen.

Die deutsche Süsswarenindustrie konnte im letzten Jahr Umsatz und Produktionsmenge leicht steigern, mit 1,3 Prozent und 2,2 Prozent. Der Exportumsatz konnte um 4,2 Prozent auf 8,9 Milliarden Euro gesteigert werden, was dem Niveau von 2019 entspricht, wie der Bundesverband der deutschen Süsswarenindustrie BDSI in einer Mitteilung schreibt. Die exportierte Menge stieg um 3,4 Prozent auf 2,3 Mio. Tonnen. Rückläufig waren wegen des Brexits die Exporte nach Grossbritannien, mit 6 Prozent weniger Umsatz und 3,7 Prozent weniger Menge.
Die Produktion von Schokoladewaren steigerte sich 2021 um 2,7 Prozent auf 1,2 Mio. Tonnen, der Produktionswert stieg um 5,4 Prozent auf 5,9 Mrd. Franken. Die Exportumsätze mit Schokolade stiegen um 2,3 Prozent.
Die statistische Datenlage verstelle den Blick auf eine deutlich angespannte Situation in der Branche Die teilweise dramatische Steigerung von Rohstoffpreisen und von Kosten für Energie, Logistik und Verpackungsmaterialien machten den Herstellern neben den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu schaffen.
Besonders zu spüren bekommen würden die Hersteller deutliche Preiserhöhungen und teilweise Lieferschwierigkeiten bei Rohstoffen wie Weizen, Soja oder Zucker, aber auch bei Verpackungsmaterialien, wird BDSI-Hauptgeschäftsführer Carsten Bernoth zitiert. Auch bei Milchpulver oder Sonnenblumenöl seien die Preise gestiegen. Ferner habe sich innerhalb eines Jahres der Strompreis für Industriekunden verdoppelt.
«Die Belastungsgrenze ist erreicht», wird Bernoth zitiert. «Die Politik ist jetzt gefordert, insbesondere mittelständische Unternehmen vor weiteren kostpieligen und bürokratischen Belastungen zu schützen.»
Schliesslich würden durch die sich schnell ausbreitende Omikron-Variante steigende Quarantäne-Ausfälle drohen, die Sorge vor Personalengpässe werde grösser.