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Bell schliesst zwei Schweizer Eisberg-Werke

Bis 2026 macht der Fleisch- und Conveniencehersteller Bell schrittweise seine beiden Eisberg-Fabriken in Villigen und Dänikon dicht. Gleichzeitig investiert Bell bis 2025 800 Millionen Franken in den Ausbau und die Modernisierung der Produktion in der Schweiz.

von pd/mos

Auch das Eisberg-Werk in Dänikon geht bis 2026 zu. (Bell/zVg)
Die Bell-Tochter Eisberg produziert Convenience-Salate, Früchte und Gemüse für den Detailhandel, die Gastronomie und die Lebensmittelindustrie. In der Schweiz produziert Eisberg an vier Standorten. Zwei davon – Villigen und Dänikon – sollen bis 2026 schrittweise aufgehoben werden, teilte Bell am Freitag zusammen mit seinen Jahreszahlen mit (foodaktuell berichtete). Zum ersten Mal kommuniziert hatte Bell die Schliessung bereits im August letzten Jahres mit den Halbjahreszahlen.
Man wolle die Produktion an den beiden Standorten Dällikon und Essert-sous-Champvent konzentrieren. Diese beiden Standorte würden in den kommenden Jahren für 35 Millionen Franken modernisiert und ausgebaut, heisst es im Geschäftsbericht. In Dänikon (ZH) produzieren laut Bell-Website 96 Angestellte Beutelsalate, in Villigen (AG) stellen 119 Angestellte geschnittenes und pasteurisiertes Gemüse her.
Villigen werde bereits bis Ende 2022 schrittweise aufgehoben und allen Mitarbeitern werde im Rahmen eines Job-Centers ein Arbeitsplatz angeboten, sagte ein Bell-Sprecher auf Anfrage von foodaktuell. Die Aufhebung des Standorts Dänikon ist erst für 2025/2026 vorgesehen.
Alle vier Standorte müssten in den nächsten Jahren modernisiert werden, heisst es im Geschäftsbericht weiter. Mit der Konzentration auf zwei Standorte könne man Investitionen sparen und ausserdem die Produktion und Logistik optimieren. «Mit dieser Konzentration wollen wir die Position von Eisberg als führende Herstellerin von Convenience-Salaten sowie Früchten und Gemüsein der Schweiz langfristig stärken», schreiben Bell-Chef Lorenz Wyss und Verwaltungsratspräsident Joos Sutter im Vorwort des Geschäftsberichts.
800 Millionen für neue Infrastruktur
Insgesamt will die Coop-Tochter Bell bis 2025 800 Millionen Franken in den Ausbau und die Modernisierung der Produktionsinfrastruktur in der Schweiz stecken. Mit dem grössten Teil des Geldes (600 bis 680 Millionen) wird der Fleischbetrieb in Oensingen (SO) erneuert und ausgebaut. Laut Mitteilung bereits weit vorgeschritten ist der Bau eines neuen, vollautomatisierten Tiefkühllagers, das über modernste Gefrier- und Auftautechnologien verfügt. Gebaut werden auch eine zentrale Logistikplattform und ein Slicing Center, in dem Charcuterieprodukte für den Detailhandel geschnitten und verpackt werden. Im März 2022 sollen die Bauarbeiten für den neuen Rinderschlachthof beginnen. Er ersetzt den bestehenden Betrieb, der seit Jahren unter Volllast läuft und die geplante Nutzungsdauer erreicht hat.
Mehr Platz für Vegi-Produkte
Neben Fleisch legt Bell einen Fokus auf den Convenience-Markt und insbesondere vegetarische und vegane Produkte. Dazu wird der Hauptsitz des Conveniencespezialisten Hilcona in Schaan (FL) über mehrere Jahre hinweg modernisiert. Letztes Jahr wurde die erste Etappe mit einem Erweiterungsbau für die Herstellung von gefüllter Frischpasta abgeschlossen. Auf der frei werdenden Fläche werden künftig vegetarische und vegane Produkte produziert.