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Migros nimmt «faire Milch» aus dem Sortiment

Auf den 1. März verschwindet «Die faire Milch» aus den Regalen der Migros. Der Grund: Die Migros fordert IP-Suisse-Milch - die Genossenschaft Faireswiss will sich aber keinen Standard aufzwingen lassen.

von mos

(zVg)
Vor einem Jahr hat die Migros in ausgewählten Filialen der Westschweiz «Die faire Milch» der Genossenschaft Faireswiss ins Sortiment aufgenommen. Die faire Milch garantiert den Milchproduzenten einen Produzentenpreis von einem Franken pro Kilogramm Milch. Doch nun nimmt die Migros die faire Milch per 1. März wieder aus dem Regal, wie agrihebdo.ch berichtet. Die Migros bestätigte den Entscheid auf Anfrage von foodaktuell.
Die Migros will mindestens IP-Suisse-Milch
Der Grund: Im vergangenen Frühling kündigte die Migros an, ihr gesamtes Trinkmilch-Sortiment (ausser Bio und Demeter) ab dem 1. Januar 2022 auf IP-Suisse-Standard umzustellen (foodaktuell berichtete). Die Genossenschaft Faireswiss wollte aber keine IP-Suisse-konforme Milch liefern. «Wir verlieren dadurch einen grossen Markt, aber wir lehnen es ab, dass die grossen Handelsketten uns ihre Standards diktieren. Wir wollen niemanden aus unseren Reihen ausschliessen», sagte Faireswiss-Präsidentin Anne Chenevard gegenüber agrihebdo.
Die Migros weist laut agrihebdo.ch darauf hin, sie habe alle ihre Lieferanten früh genug über den Wechsel informiert. Sollte Faireswiss Milch liefern können, die den IP-Suisse- oder Bio-Anforderungen entspreche, könnte eine Wiederaufnahme in das Sortiment in Betracht gezogen werden. Die Verkäufe der «fairen Milch» seien «überschaubar geblieben», erklärte ein Migrossprecher gegenüber foodaktuell.