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Ukraine-Krieg sorgt für steigende Rohstoffpreise

Der Krieg in der Ukraine führte zuerst zu starken Preisschwankungen und jetzt zu Erhöhungen an den Rohstoffmärkten.

von wy

Die Invastion von Russland in die Ukraine vom 24. Februar wirkt sich auf die internationalen Rohstoffmärkte aus. Die Ukraine ist eines der wichtigsten Exportländer für Weizen, Mais, Gerste, Roggen, Sonnenblumenkerne und Raps. Sie liefert 12 Prozent der weltweiten Weizenexporte, 16 Prozent der Maisexporte  und 18 Prozent der Gersteexporte. Derzeit sind aber die ukrainischen Häfen geschlossen. Auch die Exporte von russischen Rohstoffen aller Art werden durch westliche Sanktionen erschwert oder unterbrochen.
Der Weizenpreis stieg am 24. Februar an der Börse von Chicago um mehr als fünf Prozent auf knapp 935 US-Cent pro Scheffel und damit auf das höchste Niveau seit 2012. Am Freitagabend schloss der Weizenpreis bei 850 Cent, am Montagmorgen sprang er auf 920 Cent und am Dienstagmorgen gar auf 977 Cent. Auch der Maispreis stieg am Donnerstag auf einen Höchststand von 720 Cent pro Scheffel, sank am Freitag auf 660 Cent um am Montag bei durchschnittlich 683 Cent zu landen. Heute Dienstag liegt der Maispreis bei 721 Cents.
Viele Analysten halten es derzeit gemäss agrarheute.de für unmöglich, Prognosen für die Getreidemärkte zu machen. Zu unklar sei, wie lange der Krieg andauere und wie sich die westlichen Sanktionen auswirkten. Bis auf Weiteres werde am Schwarzen Meer wohl kein Getreide mehr verladen.
Betroffen sind auch Rohstoffe wie Rohöl, Erdgas, aber auch Kohle, Aluminium oder andere Metalle, die sich seit dem russischen Angriff massiv verteuert haben. Käufer scheuen teilweise von Käufen zurück, auch wenn sie von den westlichen Sanktionen nicht direkt betroffen sind. Durch den Ausschluss mehrerer russischer Banken wird die Bezahlung der Lieferungen erschwert, wie das Portal godmode-trader schreibt. Auch Versicherungen wollten die Schiffsladungen wegen der schwierigen Sicherheitslage am Schwarzen Meer nicht versichern oder verlangten viel höhere Prämien. Die dänische Reederei Maersk etwa hat den Containerverkehr in Richtung Russland eingestellt.
Auch der Düngermarkt ist eng mit dem Energiemarkt, insbesondere dem Gasmarkt, verknüpft, die Düngerpreise stiegen schon im letzten Jahr stark an. Die Invasion führte zu einem erneuten starken Anstieg. Auch hier ist Russland einer der wichtigen Lieferanten, dessen Lieferfähigkeit nun in Frage gestellt ist.