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Lindt & Sprüngli verdient 2021 deutlich mehr

Der Schokoladenkonzern Lindt & Sprüngli hat im Geschäftsjahr 2021 nach der coronabedingten Delle im Vorjahr den Gewinn markant gesteigert. Langfristig will der Konzern klimaneutral werden.

von awp/sda/mos

(zVg)
Der Schoggihersteller Lindt & Sprüngli hat die Coronakrise hinter sich gelassen. Das Unternehmen steigerte letztes Jahr den Umsatz um Währungs- und Akquisitionseffekte bereinigt um 13,3 Prozent auf 4,59 Mrd. Franken. Mit diesem Resultat hat Lindt nicht nur die im Pandemiejahr 2020 entstandene Lücke gefüllt, sondern sogar das starke Vorkrisenjahr 2019 (4,51 Mrd. Franken) übertroffen.
Auch den Gewinn hat Lindt & Sprüngli letztes Jahr markant gesteigert. Der Betriebsgewinn (EBIT) erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um mehr als die Hälfte auf 644,9 Millionen Franken (Vorjahr: 420,3 Millionen), wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Die entsprechende Marge ging in der Folge auf 14,1 Prozent hoch, nachdem sie im Vorjahr krisenbedingt auf 10,5 Prozent gesunken war. Unter dem Strich verdiente Lindt & Sprüngli einen um 53 Prozent höheren Reingewinn von 490,5 Millionen Franken.
Alle Regionen wuchsen zweistellig
Zum positiven Ergebnis haben alle drei Geschäftsregionen Europa, Nordamerika und Rest der Welt beigetragen. Schokolade sei während den Coronarestriktionen als «Comfort Food» für zu Hause weltweit geschätzt worden, begründet der Konzern das Wachstum im Geschäftsbericht. Darüber hinaus resultierten einige der Umsatzsteigerungen aus Nachholeffekten bei gleichzeitiger Wiedereröffnung des stationären Handels. Zudem habe es wieder mehr Gelegenheiten für soziale Kontakte und die Möglichkeit gegeben, festliche Anlässe wie Ostern und Weihnachten in gewohnter Weise zu feiern. Davon hätten insbesondere Geschenkartikel wie die Lindor-Produkte profitiert.
Auch online verkaufte Lindt & Sprüngli letztes Jahr mehr. Vor allem in Ländern, in denen der stationäre Handel noch eingeschränkt war, habe das Einkaufen in der virtuellen Welt oft den Rückgang im physischen Detailhandel überkompensiert, heisst es weiter.
Lindor-Verkauf in der Migros hebt Schweizer Umsatz
In Europa waren Deutschland, Frankreich und das Vereinigte Königreich die umsatzstärksten Märkte. Letzteres wuchs um fast 20 Prozent, wobei laut der Mitteilung vor allem die Lindor-Geschenklinien und weitere zu festlichen Anlässen konsumierte oder geschenkte Schokoladeprodukte gefragt waren. Aber auch die Online-Umsätze zogen an.
Zudem verkaufte neu auch die Migros Lindor-Kugeln, was ebenfalls den Umsatz in der Schweiz ankurbelte – und den nach wie vor verminderten Umsatz durch die fehlenden Touristen kompensierte.
Weiter gab es auch in Nordamerika ein zweistelliges Wachstum, wobei Lindt in den USA überproportional zum Gesamtmarkt wuchs. Hier zogen die beiden Marken Lindt (+16,3%) und Ghirardelli (+15,6%) deutlich an, während die dritte Marke Russell Stover wegen Arbeitskräftemangel und Engpässen in den Lieferketten für Rohstoffe und Verpackungsmaterialien einen Rückgang von -5% verzeichnete.
Im Rest der Welt war das Wachstum zwar mit 19,7 Prozent organisch am höchsten, der Bereich ist aber umsatzmässig noch mit Abstand am kleinsten. Trotz massiver Lockdown-Folgen sei es in den umsatzstärksten Ländern Australien und Neuseeland gelungen, ein leichtes Wachstum zu erzielen.
Höhere Mittelfristziele
Für das laufende Jahr erwartet das Management, ein operatives Gewinnwachstum am oberen Ende der angestrebten Zielbreite von 6 bis 8 Prozent zu erreichen. Die operative Gewinnmarge will Lindt zudem 2022 auf 15 Prozent steigern.
Für die kommenden Jahre hat Lindt seine mittel- und langfristigen Ziele eines organischen Wachstums sogar leicht erhöht. Neu rechnet das Unternehmen langfristig mit einem Umsatzwachstum von 6 bis 8 Prozent. Bisher hatte die Erwartung noch bei 5 bis 7 Prozent gelegen. Zudem will Lindt & Sprüngli die operative Marge kontinuierlich um 20 bis 40 Basispunkte pro Jahr verbessern.
Freuen dürfen sich die Aktionäre: Die Inhaber von Lindt-Namenaktien – ein Stück davon gehört mit einem Kurswert von 97’900,00 Franken zu den teuersten Aktien der Welt – sollen nun eine um 9,1 Prozent höhere Dividende von 1200 Franken pro Aktie erhalten.