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Silofreier Käsereimilchpreis soll steigen

Die Kommission Käsereimilch der Schweizer Milchproduzenten (SMP) fordert bei silofreier Käsereimilch auch einen Preisanstieg von mindestens 5 Rappen je Kilo ab dem 1. Mai.

von pd/hps

Milch ist aktuell ein gesuchtes Gut in der Schweiz. Das Signal der BO Milch, aufgrund der Marktlage und der gestiegenen Produktionskosten bei der Molkereimilch eine Preiserhöhung von 5 Rappen vorzunehmen, ist für die Kommission Käsereimilch der SMP das Mass der Dinge, wie die Kommission in einer Mitteilung schreibt.
Über alle Käsesorten sei eine Preisanpassung von mindestens 5 Rappen ab dem 1. Mai auch bei der Käsereimilch nötig und gerechtfertigt. Die Kommission hält fest, dass diese Anpassungen nicht zu einem Mehrverdienst führen würden, sondern ein Ausgleich für die gestiegenen Preise der Vorleistungen seien. Denn die Preise zum Beispiel für Energie, Treibstoff, Infrastruktur, Maschinen, Dünger und Futtermittel sind drastisch gestiegen. Für die Kommission ist gemäss Schreiben aber auch klar, dass auch Kostensteigerungen bei den Käsereien in eine Gesamtbetrachtung einbezogen werden müssten.
Hans Aschwanden, Präsident der gewerblichen Käsehersteller Fromarte, hält fest, dass in Sachen Preiserhöhung sicher etwas gehen müsse, obwohl in den letzten Jahren der Käsereimilchpreis immer unabhängig vom Industriemilchpreis festgesetzt worden sei. Ob die Preiserhöhung 5 Rappen betragen solle, sei unklar – sicher aber eine grosse Herausforderung angesichts der momentanen Weltlage. Man habe gerade einen Markt verloren (Russland) und in der EU herrsche eine Rekordinflation, was einen Konsumkraftverlust bedeute, so Aschwanden. Der starke Franken vereinfache die Sache zudem auch nicht. Momentan sei es schwierig zu beurteilen, wie sich die Märkte entwickeln würden. Es sei bei einigen Sorten aber auch schwierig, die Käsereimilchproduzenten bei der Stange zu halten, so der Fromarte-Präsident.
Die Kommission der SMP schreibt weiter, dass mit der Steigerung des A-Richtpreises der BO Milch auf 78 Rappen bei einigen Käsesorten die Lage ernst werde. Denn angesichts des grossen Aufwandes, silofreie Milch zu produzieren, würden die Käsereimilchproduzenten gegenüber der Molkereimilchproduktion schon bald keinen Mehrerlös mehr erzielen. Sie würden sich überlegen, ob sie den Aufwand noch betreiben wollen, so die Kommission. Nur mit der geforderten Preissteigerung könne die wirtschaftliche Attraktivität der silofreien Milchproduktion und die für alle Käsereien notwendigen Milchmengen erhalten bleiben.
Käsereimilch wird zu einem nicht unerheblichen Teil in sogenannten freien Sorten verkäst, oft aus Überschussmilch und zu deutlich tieferen Preisen. Diese Milch habe die Preissteigerungen der letzten Zeit nie richtig mitgemacht, so die Kommission. Sie werde aber mit genau demselben Aufwand produziert. Wenn ein Milchkäufer die Marktsituation ehrlich abbilden und seine Verantwortung übernehmen wolle, so sei es höchste Zeit, dass auch in diesem Segment deutliche Preissteigerungen von eher mehr als 5 Rappen gemacht würden.