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Vetropack bereitet sich auf Krisenszenarien in Moldawien vor

Der Glasverpackungs-Hersteller Vetropack bereitet sich auf mögliche Krisenszenarien für seinen Produktionsstandort in Chisinau, der Hauptstadt Moldawiens, vor.

von awp/sda/mos

Die Vetropack-Fabrik in Moldawien. (zVg)
Moldawien grenzt im Norden, Osten und Süden an die Ukraine und im Westen an den EU-Staat Rumänien. Seit dem 30 Jahre zurückliegenden Transnistrien-Konflikt sind in Transnistrien, einem vollständig innerhalb moldawischer Grenzen gelegenen Gebiet, russische Streitkräfte stationiert.
Sollte es zu militärischen Aktionen in der Umgebung des Standorts kommen, ziehe man auch die zeitweise Aussetzung der Produktion in Betracht, heisst es in einer Mitteilung vom Freitag. In dem Werk stellt Vetropack mit 500 Mitarbeitenden Glasverpackungen vor allem für regionale Abnehmer sowie den Export in Nachbarländer her.
«Wir beobachten die aktuelle Entwicklung in der Region sehr genau und bereiten uns schon seit einigen Wochen auf verschiedene Szenarien vor», wird CEO Johann Reiter in der Mitteilung zitiert. «Im schlimmsten Fall könnte dies auch bedeuten, dass wir unsere Produktion vorübergehend aussetzen müssen», so Reiter weiter. Priorität habe dabei der Schutz der eigenen Belegschaft.
Bis heute wurden am Standort Chi?in?u zwei Schmelzwannen mit insgesamt sechs Produktionslinien in Betrieb genommen. Die Produktionskapazität lag 2021 bei rund 112’000 Tonnen Glas.
Werk in der Ukraine stark beschädigt
Vetropack hatte bereits bei Kriegsausbruch in der Ukraine am 24. Februar aus Sicherheitsgründen begonnen, die Produktion im ukrainischen Werk – der PrJSC Vetropack Gostomel bei Kiew – geordnet herunterzufahren. Alle Mitarbeitenden wurden bei vollem Gehalt freigestellt. Inzwischen wurde das Werk durch militärische Aktionen im Rahmen des Kriegs stark beschädigt, wie Vetropack Anfang diese Woche meldete.
An diesem Standort in der Ukraine produzierte Vetropack bislang mit drei Schmelzwannen und acht Produktionslinien unterschiedliche Glasverpackungen. Im Jahre 2021 trug der Standort als einer von neun in Europa rund 10 Prozent zum Umsatz und operativen Gewinn der Gruppe bei.