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SVP fordert einen Plan Wahlen 2.0

Der Ukraine-Krieg zeige, dass auch in der Schweiz der Selbstversorungsgrad wieder mehr Gewicht erhalten müsse, findet die SVP.

von sda/wy

Angesichts des Kriegs in der Ukraine fordert die SVP unter dem Motto «Wahlen 2.0» eine Art neue Anbauschlacht. Seit Jahren sinke der Selbstversorgungsgrad der Schweiz als Resultat einer «ideologisch verblendeten links-grünen Politik», heisst es in einer Mitteilung vom Sonntag, 13. März. Diese schwäche die inländische Produktion und stärke die Auslandsabhängigkeit. Aktuell betrage der Selbstversorgungsgrad noch 57 Prozent.
Die Partei fordert darum vom Bundesrat einen «Plan Wahlen 2.0». Bis Ende März soll die Landesregierung aufzeigen, wie die Versorgungssicherheit der Bevölkerung sichergestellt werden kann. Diesem «Hauptauftrag» müsse der Bundesrat alles unterordnen. Sämtliche «ideologischen links-grünen Agrar- und Öko-Projekte» müssten sistiert werden.
Mit dem Plan Wahlen, benannt nach dem Bundesrat Friedrich Traugott Wahlen, versuchte die Schweiz während dem Zweiten Weltkrieg, mit einer «Anbauschlacht» ihren Selbstversorgungsgrad stark zu erhöhen, um bei einem Embargo von Deutschland und Italien genug Lebensmittel zu haben. Dabei wurden öffentliche Parks und Sportplätze in Äcker umgewandelt, der Selbstversorungsgrad wurde aber nur von 52 auf 59 % erhöht, und der Kalorienkonsum sank.
Der grüne Nationalrat Kilian Baumann (BE) bezeichnete die SVP-Pläne auf Twitter als «Schildbürgerstreich». Zur Steigerung der Produktion müssten mehr Kunstdünger und Futtermittel importiert werden. Das würde die Schweiz noch tiefer in die Abhängigkeit von Russland treiben, einem der grössten Düngemittelexporteure.