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Beim Brotgetreide braucht es mehr Importe

Beim Schweizer Brotgetreide reichen die letztjährige Ernte und die Lager nicht aus. Die Branche hat darum beim Bund höhere Importe von 40'000 Tonnen beantragt.

von pd/mos

(Symbolbild Pixabay)
Um die Versorgung der Schweiz mit Brotgetreide sicherzustellen, hat die Branchenorganisation Swiss Granum Anfang März beim Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) einen Antrag auf Erhöhung des Importkontingents eingereicht. Diese Erhöhung stehe nicht im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine, sondern mit der schwachen Ernte 2021, schreibt Swiss Granum in einer Mitteilung vom Freitag.
Konkret hat die Branchenorganisation die Erhöhung des Zollkontingents Brotgetreide um 40‘000 t beantragt, 30’000 t im ersten Halbjahr und 10’000 t im zweiten Halbjahr 2022. Die Zollkontingentserhöhung entspreche einem realen Bedarf und stehe nicht in Konkurrenz zur Inlandmenge, heisst es in der Mitteilung weiter.
Ernte 30% kleiner als üblich
Hintergrund ist die schlechte Getreideernte 2021. Die Schweiz braucht pro Jahr rund 480’000 Tonnen Brotgetreide. In normalen Jahren reicht die heimische Ernte dafür aus, zusammen mit den bei Bedarf getätigten Importen innerhalb des Zollkontingents Brotgetreide, das 70’000 Tonnen umfasst.
Aus der Ernte 2021 resultierte jedoch eine backfähige Brotgetreidemenge, die um rund 30% unter der eines Normaljahres liegt. Auch die Lager aus den Vorjahren reichen laut der Mitteilung nicht aus, um die Zeit bis zur neuen Ernte 2022 inklusive Ernteübergang in allen Getreidearten zu überbrücken. Insbesondere bei den Brotweizenklassen Top und I, beim Dinkel und auch beim Bio-Brotgetreide gebe es ein Manko.
Versorgung sichergestellt
Unabhängig von den künftigen globalen Entwicklungen sei die Versorgungssicherheit in der Schweiz durch die einheimischen Erntemengen und die Pflichtlager des Bundes auch bei einer allfälligen Verschärfung der Krise sichergestellt, schreibt Swiss Granum weiter.
Sorgen machen der Branche die steigenden Kosten für Energie oder Dünger. Der Krieg in der Ukraine verschärfe dieses Problem noch zusätzlich. Auch  die Getreidepreise haben laut Swiss Granum eine Höchstmarke erreicht. Die Märkte unterlägen aber zurzeit einer hohen Dynamik und die weitere Entwicklung sei aktuell nicht abschätzbar. Swiss granum wird Ende Juni die Ernterichtpreise für das einheimische Brotgetreide festlegen.