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Ankerkraut macht Schadensbegrenzung

Fans und Influencer des deutschen Gewürzeherstellers Ankerkraut zeigten sich von der Übernahme durch Nestlé enttäuscht. Nun versucht das Unternehmen die Wogen zu glätten.

von lz/wy

Nachdem bekannt wurde, dass Nestlé den deutschen Gewürzhersteller Ankerkraut übernimmt, gab es in den sozialen Medien einen Shitstorm. Kundinnen und Kunden ärgerten sich, dass das Unternehmen die Aktienmehrheit an einen Konzern übergibt, der bei vielen Menschen bezüglich ökologischer und sozialer Themen ein schlechtes Image hat, wie LZ-net schreibt. Auch Influencerinnen und Influencer, die mit Ankerkraut zusammengearbeitet hatten, zeigten sich enttäuscht und distanzierten sich, etwa der Gaming-Influencer TrilluXe oder die Twitch-Streamerin Shurkoja. Auch LeFloid, ein bekannter Youtuber mit grosser Reichweite, der für Ankerkraut eine eigene Gewürzmischung entwickelt hatte, kündigte an, die Zusammenarbeit «schnellstmöglich zu beenden». Eine Kooperation mit Nestlé komme nicht in Frage.
Ankerkraut versucht nun, den Schaden zu begrenzen. Man werde das Gespräch suchen, denn man wolle auch weiterhin Influencer Relations betreiben und den Bereich weiter ausbauen, sagte das Unternehmen gegenüber LZ-net. Man habe bis zu der Einigung mit Nestlé niemanden informieren können, auch nicht die Influencer, mit denen man teilweise schon über viele Jahre gut zusammenarbeite. «Umso mehr tut es uns Leid, dass wir sie nicht im Vorfeld informieren konnten und sie von der Nachricht überrascht wurden.»
Zu den teilweise aggressiven Wortmeldungen auf Social Media sagte das Gründerpaar Stefan und Lemcke gegenüber der DPA, man verschliesse sich nicht der Debatte, aber «was wir nicht akzeptieren, sind Hass im Netz und Beleidigungen der Menschen, die bei Ankerkraut arbeiten».