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Bio-Lactoferrin und Algenöl

Für gesundheitsbewusste Konsumentinnen und Konsumenten spielen Nahrungsergänzungsmittel eine immer wichtigere Rolle. An der Fachmesse Vitafoods Europe in Genf präsentierten Hersteller ihre Neuheiten.

von fk

Lonza präsentierte ihr Kapselsortiment. (fk)
Die Firma Natinov produziert 300 Tonnen Pflanzenextrakte pro Jahr. (fk)
Sophie de Reynal (CFIA)
25000 Fachbesucher aus 120 Ländern, über 1000 ausstellende Marken: Vom 10. bis 12. Mai wurde die Vitafoods Europe in Genf zum Treffpunkt für die Branche der Nahrungsergänzungsmittel. Diese Mittel liegen im Trend. Eine wachsende Zahl von Konsumentinnen und Konsumenten wird sich bewusst, welchen Einfluss die Ernährung auf die körperliche und geistige Gesundheit hat und setzt auf Nahrungsergänzungsmittel, um etwa ihr Immun- und Verdauungssystem zu stärken. Die Industrie hat eine Vielzahl von Lösungen parat, wie ein Besuch an der Vitafoods Europe zeigte.
Omega-Fettsäuren aus Algen und Seelachs
Das Start-up Carlos’ Bugs aus Lettland präsentierte seine «Chocolate Bites» – Schoggipralinés mit Pulver aus getrockneten Insekten. Das Insektenpulver sorgt für einen hohen Proteingehalt und enthält zusätzlich Eisen, Kalzium, Omega-6-Fettsäuren und Vitamin B. Die Gründerin und Chefin der Firma, Edite Ligere, wurde 2017 durch einen Artikel auf Insekten als nährstoffreichen Rohstoff für die menschliche Ernährung aufmerksam, schrieb ihre Masterarbeit darüber und kreierte danach ihre Insektenpralinés – «um zu beweisen, dass Lebensmittel mit Insekten gar nicht so abstossend sind, wie viele denken», wie Edite Ligere sagt.
Reich an Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA) sind die Öle, die das französische Unternehmen Polaris aus Mikroalgen herstellt und in Form von Pulver und Kapseln anbietet. Damit will Polaris auch den amerikanischen Markt erobern, den grössten Markt für Nahrungsergänzungsmittel weltweit. Der US-Hersteller Wiley Companies macht aus wild gefangenem Seelachs aus dem Beringmeer Omega-3- und Omega-7-Konzentrate, die unter der Marke AlaskOmega vertrieben werden.
Der Ukrainekrieg und der Glukosesirup
Der Rupperswiler Bonbonspezialist Zile produziert Hartbonbons, Kaubonbons und Dragées, die mit Vitaminen, Mineralien, Pflanzenextrakten, Nahrungsergänzungsmitteln oder pharmazeutischen Wirkstoffen versetzt werden können. Zile produziert ausschliesslich Private-Label-Produkte, etwa für die Migros oder Coop. «Unseren Namen kennen die Leute nicht, unsere Produkte schon», sagt Business Development Manager Nicolas Fuchs. Eine grosse Herausforderung für Zile ist der Glukosesirup, aus dem die Bonbons zu 90 Prozent bestehen. Er wird aus ukrainischem Getreide gewonnen. Durch den Krieg habe sich der Preis für den Rohstoff verdreifacht, so Fuchs. Man prüfe nun andere Rezepturen.
Das bretonische Unternehmen Armor Protéines stellt eine breite Palette an pulverförmigen Milchzutaten her, die aus der Fraktionierung von Milch und Molke gewonnen werden. Dieses Jahr bringt das Unternehmen eine Bio-Produktreihe auf den Markt: entmineralisierte Molke und das erste biologische Lactoferrin. Dieses bioaktive Protein wird in Säuglingsnahrung verwendet, um die Immunabwehr von Babys zu stärken, kommt aber auch in der Erwachsenenernährung zum Einsatz.
Die Lonza zeigte ihre vegetarischen Capsugel-Kapseln, mit denen zur Arzneimittel mit sofortiger Wirkstofffreisetzung verabreicht werden können. Auch am Lonza-Stand: UC-II, ein Kollagen Typ II mit Vitamin C, das zur normalen Kollagenbildung für eine gesunde Knorpelfunktion beiträgt.