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Firmenich und DSM fusionieren

Der Genfer Aromen- und Riechstoffhersteller Firmenich und der Ingredienzenhersteller DSM aus den Niederlanden schliessen sich zusammen. Das neue Unternehmen wird seinen Holdingsitz in Kaiseraugst im Kanton Aargau haben.

von awp/sda

(zVg)
Zusammen sollen die beiden Unternehmen «den führenden Partner für Kreation und Innovation in den Bereichen Nutrition, Schönheit und Wellness» ergeben, teilten die beiden Konzerne am Dienstag mit. Firmenich befindet sich heute vollständig im Besitz der gleichnamigen Familie.
Nach dem Zusammenschluss, der in der ersten Hälfte des Jahres 2023 abgeschlossen sein soll, werden die Aktionäre von DSM insgesamt 65,5 Prozent an «DSM-Firmenich» halten. Die Aktionäre von Firmenich werden 34,5 Prozent an dem neuen Unternehmen halten. Letzte erhalten zudem 3,5 Milliarden Euro in bar.
Der Konzern DSM-Firmenich mit 28’000 Mitarbeitenden wird einen doppelten Hauptsitz in der Schweiz (Kaiseraugst) und in den Niederlanden (Maastricht) haben.
Chefs kommen von DSM
DSM-Firmenich wird gleich von zwei Chefs geleitet: Geraldine Matchett und Dimitri de Vreeze. Die beiden Co-CEOs von DSM werden zu Co-CEOs des neuen Unternehmens. Der Verwaltungsrat wird von Thomas Leysen präsidiert, dem heutigen Chairman von DSM. Firmenich-Präsident Patrick Firmenich wird sein Vize.
Das Unternehmen verfüge nach dem Zusammenschluss über vier jeweils führende Geschäftsbereiche, die zusammen einen Umsatz von 11,5 Milliarden Euro auf die Waage bringen. Von Genf aus geleitet wird künftig die Einheit «Perfumery & Beauty» mit einem Gesamtumsatz von 3,3 Milliarden Euro sowie die Forschung in den Bereichen Parfüm, Aromen und Inhaltsstoffe.
Kaiseraugst hat die Verantwortung für «Health, Nutrition & Care» mit einem Umsatz von 2,2 Milliarden und «Animal Nutrition & Health» mit 3,3 Milliarden. Von Delft in den Niederlanden aus wird der Bereich «Food & Beverage/Taste & Beyond» mit einem Umsatz von 2,7 Milliarden Euro geleitet sowie die globale Biotechnologie-Forschung.
Wachstum erwartet
DSM-Firmenich geht in der mittleren Frist von einem organischen Umsatzwachstum von 5 bis 7 Prozent pro Jahr aus sowie einer bereinigten EBITDA-Marge von 22 bis 23 Prozent. Es sollen 40 bis 60 Prozent des bereinigten Gewinns als Dividende ausgeschüttet werden.
Zudem werde der Zusammenschluss bis 2026 jährlich Synergien von rund 350 Millionen Euro freisetzen. Um die gesamten Synergien zu realisieren, rechnet DSM-Firmenich mit einmaligen Kosten von etwa 250 Millionen.