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Cremo macht 2,9 Millionen Verlust

Die Freiburger Milchverarbeiterin Cremo spürt die angespannte Lage auf dem Milchmarkt und die höheren Beschaffungskosten. Letztes Jahr machte die Firma leicht mehr Umsatz und etwas weniger Verlust als 2020.

Der Milch- und Buttermarkt ist angespannt, das hat im letzten Jahr auch die Freiburger Milchverarbeiterin Cremo zu spüren gekommen. Zusammen mit steigenden Energie- und Materialpreisen führte das zu höheren Beschaffungskosten. Im Gegenzug konnte Cremo den Umsatz insbesondere dank Zukäufen von Milchfett und Halbfertigprodukten sowie höheren Erlösen aus den Proteinverkäufen auf dem internationalen Markt von 493,4 auf 500,8 Millionen Franken steigern, wie Cremo am Freitag mitteilte.
Auch der EBITDA entwickelte sich im zweiten Jahr in Folge positiv und stieg von 19,2 Millionen auf 20,3 Millionen Franken. Unter dem Strich schloss die Cremo das Geschäftsjahr 2021 mit einem Verlust von 2,9 Millionen Franken ab, was eine leichte Verbesserung gegenüber dem vorangegangen Jahr (-3,1 Mio.) darstellt. «Dieses Resultat vermag natürlich nicht zu befriedigen, ist aber besser ausgefallen als ursprünglich erwartet», wird Cremo-Chef Frédéric Métrailler in der Mitteilung zitiert. Die Aktionäre haben die Rechnung an der Generalversammlung vom Freitag genehmigt.
Zu wenig Milchfett
Immer mehr Milch wird verkäst, das verschärft den Wettbewerb auf dem Industriemilchmarkt. Cremo hatte deswegen letztes Jahr einen markant tieferen Milcheingang (-14 Prozent) gegenüber dem Vorjahr. Der von Cremo ausbezahlte Milchpreis sei im Laufe des Geschäftsjahres «überdurchschnittlich» um 7,3 Rp./kg Milch gestiegen. Dazu haben laut Mitteilung auch die gestiegenen Milchproteinpreise auf dem internationalen Markt beigetragen.
Die Milchfettknappheit hat sich letztes Jahr verschärft. Butterimporte von 4400 Tonnen waren nötig, um die Nachfrage zu bedienen. Die von Cremo vertriebene Importbuttermenge belief sich auf gut 1500 Tonnen. Eine Trendwende auf dem Milch- und Buttermarkt sei zumindest kurz- und mittelfristig nicht in Sicht, schreibt die Cremo. «Umso wichtiger ist es, dass Cremo weiterhin einen fairen und kompetitiven Milchpreis bezahlt», sagt Frédéric Métrailler.
Latesso-Kauf als Meilenstein der neuen Strategie
Die Cremo hat ihre Unternehmensstrategie angepasst. So soll etwa die Entwicklung neuer Produkte mit hoher Wertschöpfung sowie die Modernisierung, Flexibilisierung und Rationalisierung der Produktionsanlagen fit für die Zukunft machen.Die Umsetzung der Strategie ist laut Mitteilung bereits in vollem Gange. Mit dem Kauf der Marke Lattesso im Januar 2022, der Nummer 2 auf dem schweizerischen Markt für kalte Kaffeegetränke, habe Cremo einen ersten, wichtigen Meilenstein gesetzt.

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