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Lindt will mehr nachhaltige Kakaobutter

Lindt & Sprüngli dokumentiert mit dem 12. Nachhaltigkeitsbericht die Fortschritte. Neu soll auch Kakaobutter möglichst nachhaltig beschafft werden. Zentral sind ferner der Kampf gegen die Kinderarbeit und die Senkung der Treibhausemissionen.

von pd

Lindt & Sprüngli hat im letzten Jahr mehr als 91’000 Kakaoproduzenten in das eigene Farming Program eingebunden und bezieht seither 64% aller Kakaoprodukte – Bohnen, Butter, Pulver und Schokolade – über Nachhaltigkeitsprogramme. Das Programm wurde um Kakaobutter und zwei weitere Länder auf sieben Herkunftsländer erweitert, wie das Unternehmen in einer Mitteilung zum aktuellen 12. Nachhaltigkeitsbericht schreibt. 2020 habe man das Ziel erreicht, 100% der Kakaobohnen nachhaltig zu beschaffen.
Mit dem Lindt & Sprüngli Farming Program soll für Kakaoproduzenten, ihre Familien und Gemeinden eine angemessene und stabile Lebensgrundlage geschaffen werden, wie es weiter heisst. Höchste Priorität werde der Bekämpfung von Kinderarbeit eingeräumt. Bis 2025 will Lindt aus Ländern mit Kinderarbeitsrisiko (Ghana, die Elfenbeinküste, Madagaskar und Papua-Neuguinea) 100% des Kakaos aus Haushalten beziehen, die in einem Child Labor Monitoring and Remediation System CLMRS erfasst sind. Dieses System umfasst Schulungen und Sensibilisierungsmassnahmen für Produzentenhaushalte und Gemeindemitglieder und Massnahmen zur Überwachung und Beseitigung von Kinderarbeit.
Lindt will 2023 die Science Based Targets bekannt geben. Zu diesem Zweck hat das Unternehmen 2021 in Zusammenarbeit mit externen Experten seine erste vollständige CO2-Bilanz mit Emissionen in allen drei Bereichen Scope 1, 2 und 3 erstellt, wie es weiter heisst. Die gesamten Treibhausgasemissionen des Unternehmens belifen sich auf 3,1 Millionen Tonnen. Dabei machen die Emissionen der Wertschöpfungskette (Scope 3) rund 94% des C02-Fussabdrucks von Lindt & Sprüngli aus: Kakao, andere Rohstoffe, Transport und Verpackung. Die restlichen 6% sind direkte (Scope 1) und indirekte (Scope 2) Emissionen aus den eigenen Produktionsstandorten. Auf dieser Ausgangslage werde man eine Roadmap zur Reduktion der Treibhausgasemissionen entwickeln und mögliche Massnahmen zur Verringerung der Emissionen erarbeiten, schreibt Lindt.
«Der Klimawandel hat das Potenzial, soziale Konflikte zu verschärfen und die landwirtschaftliche Rohstoffproduktion zu gefährden», wird Lindt-CEO Dieter Weisskopf zitiert. «Unser erster vollständiger CO2-Fussabdruck macht deutlich, dass unser grösster Hebel im Vorgehen gegen den Klimawandel in unserer Wertschöpfungskette liegt, nämlich bei der Beschaffung von Kakao und anderen Rohstoffen sowie bei Transport- und Verpackungsmassnahmen. Dies ist eine wichtige Erkenntnis, wenn wir entsprechende Massnahmen zur Emissionsreduktion in unserer Organisation einführen.»