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Über 2500 Tonnen Schweizer Kirschen erwartet

In der Schweiz hat die Kirschensaison begonnen. Der Schweizer Obstverband erwartet ein hervorragendes Kirschenjahr.

von pd

Der Schweizer Obstverband SOV erwartet ein hervorragendes Kirschenjahr 2022, mit einer Menge von über 2500 Tonnen, ein Viertel mehr als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Die Qualität der Kirschen sei «herausragend». Der Verband hat mit einem Medienanlass im aargauischen Leuggern die Kirschensaison eröffnet, die Ernte ist bereits in vollem Gang.
Die Schweizer Kirschen sei eine Erfolgsgeschichte, schreibt der SOV. Die Wertschöpfung der Kirschenproduktion habe sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt und betrage heute rund 20 Millionen Franken. Dabei ist das Marktvolumen von Tafelkirschen in 25 Jahren auf 60’000 Tonnen angestiegen, die Nachfrage nach Brennkirschen um zwei Drittel auf gut 3000 Tonnen gesunken. Der Selbstversorgungsgrad bei Kirschen beträgt rund 50%.
Die höhere Wertschöpfung ist auch durch einen Innvationsschub möglich. Im Kirschenanbau haben sich moderne Niederstammanlagen mit qualitativ hochwertigen Früchten durchgesetzt. Einnetzung und Witterungsschutz seien nicht mehr wegzudenken, heisst es weiter.
Der Aarbauer Regierungsrat Markus Dieth würdigte in Leuggern die Innovationskraft in der Kirschenproduktion. Der Obstbau habe eine grosse Bedeutung für den Kanton Aargau. Dieser sei der viertgrösste Obstbaukanton der Schweiz und habe einen Rohbauertrag von jährlich rund 30 Mio. Franken.
Der Kirschenanbau ist nicht frei von Herausforderungen: Die Wetterextreme haben in den letzten Jahren stark zugenommen, 2017 und 2021 gab es wegen Spätfrösten grosse Ernteausfälle. Dazu kommt, dass sich mit zunehmendem Handelsverkehr neue invasive Schädlinge und Erreger verbreiten. Gleichzeitig sind die Kirschenproduzenten dazu angehalten, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln deutlich zu reduzieren.
Bruno Eschmann, Präsident des Produktezentrums Kirschen und Zwetschgen beim SOV, appellierte deshalb an die Politik und die Wissenschaft: «Wir benötigen massive Investitionen für einen praktikablen und wirtschaftlichen Pflanzenschutz, um die Erfolgsgeschichte fortzusetzen.»