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Gaskrise: Lebensmittelkette als kritischen Sektor anerkennen

In ihrem Gas-Notfallplan hat die EU die Lebensmittelbetriebe als systemkritisch eingestuft. Die Branche fordert die einzelnen EU-Staaten auf, dies auch in den nationalen Notfallplänen zu tun.

von aiz.info/mos

(Symbolbild Pixabay)
Um die Abhängigkeit vom russischen Gas zu verringern, will die EU den Gasverbrauch drosseln. Die EU-Staaten haben sich diese Woche auf einen Notfallplan zur sofortigen Drosselung des Gasverbrauchs geeinigt. Die Einigung sieht vor, den nationalen Konsum im Zeitraum vom 1. August 2022 bis zum 31. März 2023 freiwillig um 15 Prozent zu senken. Die EU hat die in der Lebensmittelkette tätigen Betriebe als systemkritisch eingestuft. Konkret heisst das: die für die Gesellschaft essenziellen Leistungen wie die Lebensmittel-, Getränke- und Haustierfutterproduktion sollen von Kürzungen der Gaszuteilung ausgenommen werden.
Das begrüsst die Branche, wie eine Gruppe von EU-Verbänden entlang der Lebensmittel-Wertschöpfungskette – COPA-COGECA für Landwirte und Genossenschaften, FoodDrinkEurope für die Lebensmittelhersteller sowie Primary Food Processors für Betriebe der ersten Verarbeitungsstufe – in einer gemeinsamen Mitteilung schreibt. Sie fordern nun, dass dies die Mitgliedstaaten in ihren nationalen Gas-Notfallplänen auch so handhaben und sie die für die Lebensmittelversorgung essenziellen Firmen im Falle von Gasknappheit nicht von der Versorgung abschneiden.
Jede Unterbrechung der Gasversorgung würde, so die Verbände, die Betriebe daran hindern, mit voller Kapazität Lebens- und Futtermittel herzustellen, und würde entsprechende Versorgungsengpässe nach sich ziehen. Im Gegenzug sichern die von den drei Verbänden vertretenen Wirtschaftszweige zu, ihre Energieeffizienz weiter zu verbessern.
Die drei Verbände der Lebensmittel-Wertschöpfungskette vertreten 22 Millionen Landwirte, 22’000 Genossenschaften sowie Verarbeitungsbetriebe mit 4,62 Millionen Mitarbeitern. Die 290’000 Unternehmen mit Lebensmittel- und Getränkeerzeugung verarbeiten 70% der gesamten EU-Agrarproduktion und ernähren eine halbe Milliarde Menschen.