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Soja-Netzwerk reagiert auf schwierige Versorgungslage

Maiskleber und Dextrose sind derzeit auf dem europäischen Markt schwer zu bekommen. Das Soja-Netzwerk Schweiz passt deshalb die Fristen für die nachhaltige Beschaffung an.

von pd/mos

(fenaco-gof.ch)
Das Soja-Netzwerk Schweiz hatte im Frühling 2021 entschieden, neben Futter-Soja auch ausländisches Futter-Getreide, Bruchreis, Maiskleber und Dextrose aus verantwortungsvollen Quellen zu beschaffen (foodaktuell berichtete). Trotz der schwierigen Versorgungslage hält das Soja-Netzwerk an diesem Ziel fest, verschiebt jedoch bei Maiskleber und Dextrose die Frist, wie das Netzwerk in einer Mitteilung schreibt.
Konkret sollen Maiskleber und Dextrose ab 1. Januar 2024 zu 50 Prozent und erst ab 1. Januar 2025 zu 100 Prozent aus verantwortungsvollen Quellen beschafft werden. Ursprünglich war geplant, dass die beiden Futtermittelstoffe bereits ab dem 1. Januar 2024 zu 100 Prozent aus nachhaltigem und zertifiziertem Anbau stammen.
Zur Begründung schreibt das Soja-Netzwerk, bei Maiskleber und Dextrose sei der Markt in Europa ausgetrocknet. Der Produzent Cargill stellt seine Maisstärkeproduktion in Krefeld im Jahr 2023 ein. Dadurch werde die Produktionsmenge in der EU um rund 40’000 Tonnen reduziert. Der Boom bei den Haustieren sorge zudem dafür, dass die Nachfrage nach Maiskleber gestiegen sei.
Futter-Soja zu 89% aus Europa
Mit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine war laut dem Soja-Netzwerk unsicher, ob die Beschaffung von GVO-freier Futter-Soja gewährleistet werden kann. Nach einem Preisanstieg von bis zu 200 Prozent hätten sich die Märkte ab April etwas beruhigt. Europäische Länder, die mit der Umstellung auf GVO-freie Fu?tterung liebäugelten, hätten davon abgesehen. Die Schweiz importierte von Januar bis Juli 2022 163’406 Tonnen GVO-freies und zertifiziertes Sojaextraktionsschrot. 89 Prozent stammten dabei laut Mitteilung aus Europa. Die Hauptherkunftsländer sind Deutschland und Italien