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Dufry/Autogrill: UEK stimmt Gesuch um Befreiung von Angebotspflicht zu

Im Zusammenhang mit dem geplanten Zusammenschluss von Dufry und Autogrill müssen die beteiligten Parteien aus Italien kein öffentliches Übernahmeangebot unterbreiten. Dies hat die Übernahmekommission (UEK) entschieden.

von awp

Dufry betreibt weltweit rund 2300 Dutyfree-Läden. (zVg)
Wie der Reisedetailhändler Dufry am Freitagabend mitteilte, wurden Edizione bzw. Schema Beta, die Mehrheitsbesitzer des Autobahnrestaurantbetreibers Autogrill, von der UEK von der Pflicht befreit, den Aktionären von Dufry nach der Umwandlung einer Wandelanleihe ein öffentliches Übernahmeangebot zu unterbreiten. Die Wandelanleihe steht im Zusammenhang mit dem Fusionsvertrag, den die beteiligten Parteien im vergangenen Juli abgeschlossenen haben. Gemäss UEK hätte Edizione/Schema Beta nach Ausgabe der Wandelanleihe kurzfristig mehr als einen Drittel an Dufry und müssten daher ein öffentliches Übernahmeangebot lancieren.
Die Ausnahme von der Angebotspflicht sei unter der Bedingung gewährt worden, so die UEK, dass die Eintragung der neu geschaffenen Dufry-Aktien im Handelsregister spätestens drei Monaten nach der Wandlung der Wandelanleihen erfolge und dass Edizione oder Schema Beta in der Übergangsphase, in der sie die relevante Schwelle für ein Kaufangebot von einem Drittel überschreiten, «keinen wesentlichen Einfluss» auf die Geschicke von Dufry ausüben.
Edizione wird grösster Aktionär
Mitte Juli hatten die Basler Dufry und die italienische Autogrill ihre Fusion bekannt gegeben. Die Holding Edizione, die sich im Besitz der Familie Benetton befindet, wird die 50,3 Prozent, die sie über Schema Beta an Autogrill hält, gegen 30,7 Millionen neue Dufry-Aktien übertragen, die im Rahmen einer Kapitalerhöhung via Wandelanleihe ausgegeben werden sollen. Damit wird sie mit einem Anteil zwischen 20 und 25 Prozent zum grössten Aktionär des Basler Detailhändlers.
Die neue Einheit, die von Dufry-Chef Xavier Rossinyol geleitet wird, wird rund 2,3 Milliarden Passagiere bedienen und einen kombinierten Umsatz von 13,6 Milliarden Franken erwirtschaften. Sie wird über 5500 Verkaufsstellen, insbesondere an 350 Flughäfen, verfügen und fast 60’000 Mitarbeiter beschäftigen.