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Getreide, Mehl und Backwaren werden teurer

Die Preise für Schweizer Brotgetreide steigen. Auch Energie, Verpackung und Logistik werden immer teurer. Laut den Schweizer Müllern dürfte Mehl darum bis zu 16 Prozent teurer werden.

von pd/mos

(Symbolbild Pixabay)
Dünger, Treibstoff, Energie: Auch die Schweizer Getreideproduzenten kämpfen mit steigenden Produktionskosten. Im Juni hat die Branchenorganisation Swiss Granum deshalb die Ernterichtpreise fürs Brotgetreide 2022 um drei bis fünf Franken pro 100 Kilogramm erhöht. Doch den Bauern genügte die Erhöhung nicht, weil sie ihrer Ansicht nach nur einen Teil ihrer Mehrkosten deckte. Sie forderten eine Nachbesserung. An ihrer Sitzung vom 13. September hat die zuständige Kommission von Swiss Granum die Herbstrichtpreise beim Brotweizen nun noch einmal um 1.50 Franken auf den Klassen Top und I bzw. 1 Franken bei der Klasse II und Biscuitweizen erhöht (siehe «Mehr zum Thema»), wie die Branchenorganisation in einer Mitteilung schreibt.
Kompromiss zwischen Bauern und Müllern
Der Entscheid sei im Konsens aller Branchenpartner getroffen worden, heisst es in der Mitteilung weiter. Konkret heisst das: Die Bauern hätten gerne noch mehr für ihr Brotgetreide erhalten, dagegen opponierte der Dachverband Schweizerischer Müller (DSM). Für die von den Produzenten geforderte starke Preiserhöhung bestehe «schlicht kein Markt», schreibt der DSM in einer Mitteilung. Der Druck auf die Branche sei gross, die Importe von Halbfertigprodukten habe in den letzten Jahren stetig zugenommen. Eine zu starke Preiserhöhung würde zu noch mehr Importen führen und damit der ganzen Branche schaden, so der DSM weiter.
Mit der nun beschlossenen Richtpreiserhöhung stiegen die Rohstoffkosten für die Mühlen um über 10 Prozent, schreibt der DSM weiter. Dazu kämen die gestiegenen Kosten für Energie, Zutaten (insbesondere Gluten), Logistik und Verpackungsmaterial. «Dies wird zu Preissteigerungen am Markt führen», so der DSM.
Konkret rechnet der Müllerverband mit einem Kostenanstieg gegenüber dem letzten Jahr von durchschnittlich 13 bis 16 Prozent. Das könnten die Müller nicht durch Effizienzsteigerungen und einen weiteren Margenverzicht auffangen. «Es ist daher damit zu rechnen, dass dieser Kostenschub auf Stufe Mühle auch in der nachfolgenden Wertschöpfungskette weitergegeben werden muss», schreibt der Verband. Deshalb würden wohl auch Backwaren teurer werden.