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Valser holt sich seine «Blöterli» nicht mehr aus der Luft

Seit dem Frühling 2019 karbonisierte Valser sein Mineralwasser mit Kohlendioxid, das aus der Luft gefiltert wurde. Doch damit ist jetzt Schluss - der Partner Climeworks hat seine Anlage in Hinwil ZH abgestellt.

von pd/mos

Mit dieser Anlage in Hinwil filterte Climeworks C02 aus der Atmosphäre. (Climeworks)
Es war eine Weltpremiere: Als erste Getränkefirma weltweit brachte Valser im Frühling 2019 ihr Mineralwasser mit C02 zum Sprudeln, das direkt aus der Atmosphäre gefiltert wurde. Das Kohlendioxid bezog Valser vom ETH-Spin-off Climeworks, das mit der weltweit ersten kommerziellen Anlage in Hinwil ZH mit der sogenannten Direct-Air-Capture-Technologie C02 aus der Luft filterte (foodaktuell berichtete). Doch damit ist jetzt Schluss. Climeworks hat nämlich seiner kleinen Anlage in Hinwil vor einer Woche den Stecker gezogen, wie die «Handelszeitung» berichtet.
Der Grund: Das Start-up kann mittlerweile dank verbesserter Technologie in viel grösseren Dimensionen Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre entfernen – und auch dauerhaft im Boden speichern. Climeworks will sich deshalb auf seine beiden grossen Anlagen «Orca» und «Mammoth» (Mammut) in Island konzentrieren, wie die Zeitung weiter schreibt. «Orca» hat im September 2021 den Betrieb aufgenommen und kann 4000 Tonnen CO2 pro Jahr aus der Luft gewinnen. Die Mammut-Anlage soll eine Kapazität von bis zu 36’000 Tonnen pro Jahr haben; Spatenstich war im Juni.
Wieder konventionelles CO2 bei Valser
Was bedeutet das Aus der Anlage in Hinwil für das Valser-Wasser, das zum Coca-Cola-Konzern gehört? «Wir steigen wieder auf herkömmliches C02 um», schreibt die Medienstelle auf Anfrage von foodaktuell. An der Zertifizierung von Valser als klimaneutrales Mineralwasser ändere sich dadurch aber nichts, heisst es bei Coca-Cola Schweiz weiter. Bei der Zusammenarbeit mit Climework sei es darum gegangen, eine bahnbrechende Innovation zu unterstützen. «Die Auswirkungen auf die Reduktion unseres eigenen CO2-Fussabdrucks standen bei diesem Engagement nicht im Zentrum.»