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Milch: A-Richtpreis steigt auf 81 Rappen

Der Richtpreis für die Milch des A-Segments steigt auf den 1. Januar 2023 um 3 auf 81 Rappen pro Kilogramm. Dieser Richtpreis gilt für das erste Halbjahr 2023.

von pd/mos

(Symbolbild Pixabay)
Die Richtpreiserhöhung auf 81 Rappen hat der Vorstand der Branchenorganisation Milch (BOM) am 17. November beschlossen. In einer Mitteilung begründet die BOM den Entscheid damit, dass seit der letzten Erhöhung von Mitte April (von 73 auf 78 Rappen) die Preise auf dem internationalen Milchmarkt weiter gestiegen seien. Zudem seien die Produktionsmittel seit Dezember 2021 um 9 Prozent teurer geworden. Der Richtpreis von 81 Rp. gilt für Molkereimilch des A-Segments.
Der Richtpreis für das B-Segment ist seit Juli 2022 um mehr als 7 Rappen gesunken. Der B-Richtpreis hat einen grossen Einfluss auf die Milchpreise im liberalisierten Bereich des Schweizer Milchmarkts, namentlich beim Exportkäse aus Molkereimilch. Der grosse Teil der Vorstandsmitglieder geht deshalb laut Mitteilung davon aus, dass die Preiserhöhung in diesem Marktbereich nicht oder nur teilweise umsetzbar ist.
Ab dem 1. Januar 2023 werden anstelle von bisher 2,5 wieder 4,5 Rp./kg für die nicht verkäste Milch in den Fonds Rohstoffverbilligung eingezogen. Dies führt dazu, dass für A-Milch im Molkereimilchsegment der ausbezahlte Gesamt-Milchpreis pro kg Milch am 1. Januar 2023 nicht 3 Rappen steigen wird.
Betriebe ausserhalb des Grünen Teppichs
Der Vorstand hat im Weiteren einer Arbeitsgruppe den Auftrag gegeben, einen Lösungsvorschlag für Betriebe zu erarbeiten, denen es ab dem 1. Januar 2024 nicht möglich sein wird, nach den Richtlinien des Branchenstandards Nachhaltige Schweizer Milch (Grüner Teppich) zu produzieren, weil sie weder BTS noch RAUS erfüllen können. Die Vorgabe des Vorstands an die Arbeitsgruppe ist es, dass solche Betriebe eine gleichwertige Kompensation erfüllen müssen, um den Grünen Teppich zu erfüllen.
BOM will nicht an Tierwohlbeiträgen rütteln
Der BOM-Vorstand hat an seiner Sitzung auch den Entwurf des Bundesrates für einen Massnahmenplan zur Klimastrategie Landwirtschaft und Ernährung diskutiert. Der Massnahmenplan schlägt 43 Massnahmen in 8 Kategorien vor, um in Landwirtschaft und Ernährung einen Beitrag zur Verbesserung der Klimabilanz in der Schweiz zu erreichen. Laut Mitteilung findet der BOM-Vorstand die Stossrichtung des Berichts gut; die Klimastrategie für die Landwirtschaft und Ernährung soll vom Konsum und nicht von der Produktion hergeleitet werden.
Dezidiert wehrt sich die BOM aber gegen diejenigen Massnahmen, mit denen einzelne Bereiche der Landwirtschaftspolitik umgestellt werden sollen. Damit verliere man das Gesamtziel einer nachhaltigen Landwirtschaft aus den Augen. So sei es für die Milchwirtschaft keine Option, Tierwohlbeiträge in Flächenbeiträge für die Nahrungsmittelproduktion umzuwandeln, damit anstelle von tierischen Produkten mehr pflanzliche Produkte hergestellt werden. «Die Veränderung muss über die Nachfrage kommen. Wenn wir die Tierproduktion in der Schweiz einseitig herunterfahren, importieren wir einfach mehr und exportieren die Emissionen», schreibt die BOM in ihrer Mitteilung. Die BOM will sich nach eigenen Angaben in der Vernehmlassung noch detailliert zum Massnahmenplan äussern.