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Hersteller fürchten Auslistungen

Auslistungen und schwierige Preisverhandlungen belasten das Verhältnis zwischen den Herstellern von Konsumgütern und dem Handel. Das zeigt eine Umfrage des europäischen Markenverbands AIM.

von pd/mos

Bei den Preisverhandlungen greifen die Händler vermehrt zum Mittel der Auslistung. (Symbolbild Pixabay)
Etwa jeder dritte europäische Konsumgüterhersteller (27%) wurde in diesem Jahr vom Handel mit Auslistung bedroht oder ganz oder teilweise ausgelistet. Das geht aus einer Umfrage des europäischen Markenverbandes AIM hervor. Er hat von Juli bis November 2022 664 Hersteller aus den Branchen Lebensmittel und Getränke, Körperpflege und Waschen und Reinigen befragt.
Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (56 %) gaben an, dass ihre Energiekosten um mindestens 30 % gestiegen sind. Über ein Viertel der Unternehmen (27 %) gab an, dass sie Energiekostensteigerungen von 60 % auffangen mussten. Aber auch andere Kosten haben sich vervielfacht: Mehr als ein Drittel (36 %) der Unternehmen verzeichnete eine Kostensteigerung von über 30 % bei den Verpackungskosten. Transport- und Logistikkosten sind für einige Unternehmen der Branche um über 30 % gestiegen.
Nur vier Prozent der Hersteller konnten ihre Kostensteigerungen komplett an den Handel weitergeben. Die übrigen 96 Prozent mussten die ungeplanten Kosten selber tragen. Gleichzeitig hat ein Drittel der internationalen Detailhändler die Preise für die Konsumenten stärker erhöht als die mit den Herstellern ausgehandelten Preiserhöhungen.