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«Enjoy Local»: Regionale Produkte auf Knopfdruck

Der Automatenbetreiber Dallmayr lanciert ein neues Format: Die Snack-Automaten «Enjoy Local» spucken ausschliesslich regionale Snacks und Getränke aus. Für Kleinproduzenten eine Chance, landesweit bekannt zu werden.

von mos

Woher stammt das Produkt? Wer hat es hergestellt? Das verrät ein Touchscreen am Automaten. (Tobias Westen/zVg)
V.l.: Manfred Bötsch, Präsident des Vereins Schweizer Regionalprodukte, Produzent Christian Lütolf (Ribelmais-Chips) und Andreas Rentsch, Geschäftsführer von Dallmayr Schweiz. (Tobias Westen/zVg)
Ribelmais-Chips aus dem St. Galler Rheintal, ein Kaki-Erfrischungsgetränk aus Winterthur, Berner Hobelkäseröllchen oder Entlebucher Knabberfleisch: Mit seinen neuen Verpflegungsautomaten «Enjoy local» verkauft Dallmayr ausschliesslich regionale Schweizer Produkte. Dazu spannt die Firma mit dem Schweizer Verein für Regionalprodukte zusammen (siehe «Mehr zum Thema»).
«Wir wollen kleine Produzenten aus der ganzen Schweiz stärken und die Regionalität fördern», sagte Adrian Rentsch, Geschäftsführer von Dallmayr Vending & Office Schweiz, am Donnerstag bei der landesweiten Lancierung der Regio-Automaten. Damit reagiere man auf die steigende Nachfrage nach regionalen Produkten.
In der Waadt entstanden
Die ersten Automaten mit lokalem Snack-Angebot lancierte Dallmayr im Mai 2021 auf dem Campus der ETH in Lausanne, zusammen mit der Waadtländer Organisation Vaud Plus. Die Hochschule wollte ihre Verpflegung auf dem Campus gesünder und nachhaltiger machen. Verkauft wurden ausschliesslich Produkte aus dem Waadtland (foodaktuell berichtete). Das Konzept sei gut angekommen, so Rentsch. «Wir bekamen Anfragen aus der ganzen Schweiz.» Deshalb habe man sich entschlossen, die Automaten schweizweit zu lancieren. Weil das Konzept in der Waadt geboren wurde, besteht das Sortiment derzeit noch aus vielen Westschweizer Produkten, acht kommen aus der Deutschschweiz und dem Tessin.
Das Angebot soll sich aber stetig weiter entwickeln, sagte Rentsch. «Wir sind immer offen für neue coole Produkte, die nicht überall erhältlich sind.» Alle sechs Monate degustieren Vertretern von Dallmayr, Vaud Promotion und dem Verein Schweizer Regionalprodukte neue Produkte und entscheidet über deren Aufnahme ins Sortiment. 80 Prozent des Sortiments sollen schweizweit gleich sein, den Rest will Dallmayr «superlokal» an den Standort der Automaten anpassen. Bewirtschaftet werden die Automaten von den sechs Dallmayr-Standorten in der Schweiz.
Für die Produzenten biete man mit den Automaten einen spannenden neuen Verkaufskanal, man helfe ihnen auch Grösse und Verpackung ihrer Produkte falls nötig für den Automatenverkauf anzupassen, sagte Rentsch. «Und wir zahlen faire Preise.» Das bestätigte Christian Lütolf, Geschäftsführer der Lütolf AG aus St. Margrethen, die mit ihren Chips aus dem AOP-Ribelmais im Automaten vertreten ist. «Bisher kennt man unsere Chips vor allem in der Region St. Gallen, dank dem Automaten haben wir die Chance, sie schweizweit verkaufen zu können», sagte Lütolf. Dank einem Touchscreen am Automaten können die Käuferinnen und Käufer mehr über die verkauften Produkte und deren Produzenten erfahren.
Ziel: 400 Regio-Automaten in zwei Jahren
12’000 Snack- und Kaffeeautomaten betreibt Dallmayr derzeit in der Schweiz in Unternehmen, Hochschulen oder Spitälern. In der Westschweiz stehen bereits 100 «Enjoy Local»-Automaten. In den nächsten zwei Jahren sollen es schweizweit 400 werden, sagte Rentsch gegenüber foodaktuell.
Regionalprodukte werden oft handwerklich hergestellt und haben einen entsprechenden Preis. Zu teuer dürfen sie für die Automaten aber nicht sein, sagte Rentsch. «Die Schmerzgrenze liegt bei vier Franken.» Dallmayr verzichte bewusst auf einen Teil der Marge, um für die Produzenten finanziell interessant zu sein, sagte Rentsch. Damit sich das Geschäft auch für Dallmayr lohnt, müssen Kunden, die einen «Enjoy Local»-Automaten wollen, auch einen Kaffeeautomaten beziehen. Die Erfahrung zeige, dass pro verkauften Snack drei bis fünf Kaffee verkauft würden. «Damit rechnet sich das auch für uns», so Rentsch.