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Berner Alpkäsemeisterschaft: Die «Sonne» im Alpkäse

An der 24. Berner Alpkäsemeisterschaft wurde die Leistung der Alpkäser gewürdigt. So unterschiedliche Aromen jeder Käse aufweist, so besonders war die gesamte Qualität des bewerteten Käses.

Auch das Publikum konnte sich an den Degustationen erfreuen. (hps)

«Würzig, pikant mit spärlicher Lochung. Leicht schmierig, mit feinem Gläs oder gleich nässig, rauchig, bitter - bald erstickt und leicht beissig». Mit all diesen Attributen bewerteten die Juroren an der Taxierung den Alpkäse an der 24. Berner Alpkäsemeisterschaft auf dem Ballenberg. Doch: «Jeder der total 121 eingereichten Alp- und Hobelkäse und Mutschli befindet sich auf einem hohen Qualitätsniveau», sagte Hans Kohler, der Präsident der Sortenorganisation Berner Alpkäse Casalp, in seiner Ansprache an der Preisverleihung vom Sonntag, 17. September 2023. Äusserst selten erreichte ein Käse an der Taxierung eine Punktzahl von unter 95 von 100 möglichen Punkten. Die 16 Experten, die am Samstag zuvor die Käse verkosteten und bewerteten, hatten kein leichtes Spiel – die Evaluierung der wirklich «aussergewöhnlichen» Alpkäse war schwierig. Dennoch: «Die Favoriten hat man dann doch plötzlich herausgespürt», sagte Johann Wittwer, Jurymitglied und Betriebsleiter der Eiger Milch in Grindelwald.
Tausend verschiedene Geschmäcker
«Aus einem Käse schmeckt man heraus, wie die Bedingungen des Alpsommers gewesen waren», sagte Jury-Obfrau Maike Oestreich. Zum Beispiel die Zusammensetzung und Anteile der verschiedenen Kräuter, welche die Kühe fressen. Ja, sogar die Wetterlage, die am Produktionsdatum geherrscht habe – konnte der Rauch vom Feuer unter dem Kessi schnell abziehen, oder verblieb er länger im Raum und hat der Milch seinen Geschmack mitgegeben?
Viele weitere Kriterien und selbstverständlich das Handwerk der Käserin und des Käsers hätten einen Einfluss auf den Käsegeschmack, sagte Oestreich. Natürlich spiele auch die Grösse einer Alpwirtschaft und ihre technische Ausstattung eine Rolle; so stelle es einen Unterschied dar, ob auf dem offenen Feuer oder mit einem Dampfkessel gearbeitet werde. So viele unterschiedliche Alpen, Kühe mit jeweils anderen Futtergrundlagen, spezielle klimatischen Bedingungen und Höhenlagen es gebe – die gemeinsame Grundlage sei das Pflichtenheft. Damit könne man sich abheben. So gebe es zum Beispiel vor, dass die Milch spätestens 15 Stunden nach dem Melken verkäst werden müsse, oder die Bakterienflora, die nicht industriell in Dänemark oder anderswo erstellt werde, sondern während der gesamten Sömmerungszeit vom Älpler in der Alpkäserei, so Oesterreich.
Bedeutende Alpkäseproduktion
Viele Konsumenten würden die Bedeutung der Alpwirtschaft unterschätzen. Oft hätten Touristen das Gefühl, Alpwirtschaft sei gleichbedeutend mit einem Museumsbesuch. Maike Oestreich verdeutlichte diesen Eindruck mit einem Besuch auf der Alp, als an einem Eingang zu einer Alpkäserei ein Schild mit der Aufschrift stand: «Hier ist kein Museum – hier wird gearbeitet.» Alleine auf den ungefähr 450 Berner Alpen werden gemäss Oestreich, pro Alpsommer während ungefähr 100 Tagen ganze 1400 Tonnen Alpkäse hergestellt. Schweizweit über 5000 Tonnen.
Der Alpsommer 2023 sei auf den meisten Alpen gut gewesen. «Anfangs etwas zu nass – aber dann super», sagte ein Älpler. Im Gegensatz zum nassen und oft verschneiten Sommer 2021 oder dem trockenen Sommer 2022 - sehr gut.
Wichtiges Wasser
Damit die Produktionsgrundlage für den Alpkäse optimal bleibt, dazu brauche es aber auch Arbeit, sagte Ernst Wandfluh. Der Präsident vom Verein Alpwirtschaft Bern beschrieb die Situation der Alpwirtschaft in seiner Ansprache und riet den Älplern: «Investiert besser heute als morgen in eure Wasserversorgung.» Dabei solle man schonend vorgehen, aber dennoch die Ressourcen nutzen, wenn es gelte eine Quelle zu fassen, so Wandfluh.
Die Gewinner
An der Rangverkündigung, die Grossrat Peter Flück einleitete, wurde dann endlich die Spannung aufgelöst. Auch Flück rühmte die besondere Leistung der Alpkäserinnen- und Käser. Auch er habe bei der Verkostung die guten Kräuter herausgeschmeckt – und in einigen sogar die Sonnenstrahlen gespürt, wie er sagte.
In der Kategorie «Mutschli», die im Sommer 2023 produziert wurden, gewann Erwin Zumbrunnen von der Alp Schiltenegg, Zweiter wurde Fritz Gerber, Alp Steinerberg. Den dritten Platz erreichte Andreas Winkler, Alp Roslauenen, 4. Monika Dubach, Kaltenbrunnen und auf dem fünften Rang war Katrin Wüthrich von der Wengernalp zu finden.
Beim Berner Alpkäse AOP, der im Sommer 2022 hergestellt wurde, gewannen Hermann und Cornelia Ziegler, Alp Kessel, 2. Vreni und Werner Bühler, Alp Oberstocken, 3. Röthlisbergers von der Alp Wildeneggli, 4. André Krummenacher von der Mägisalp und Fünfter wurde Stefan Rutschi von der Alp Seibel.
Beim Hobelkäse AOP, der im nassen Sommer 2021 produziert wurde, hat die Familie Röthlisberger vom Wildeneggli gewonnen. Auf den zweiten Platz kam Fritz Gerber, Alp Steinerberg. 3. Wurde Gehri Ritter, Alp Mittelbach, 4. wurde Familie Wäfler vom Hahnenmoos und den fünften Platz belegte Daniel Bach vom Frischeberg.

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