Auch Emmi trennt sich vom Nutri-Score
Der Luzerner Milchverarbeiter Emmi will künftig auf den Einsatz des Nutri-Score verzichten.
Auf dem Caffè Latte bleibt der Nutri-Score «vorerst» drauf.
Quelle: zVg
Am Dienstag gab die Migros bekannt, künftig bei ihren Eigenmarken auf den Nutri-Score zu verzichten (foodaktuell berichtete). Die Migros ist damit nicht alleine. Auch der Luzerner Milchverarbeiter Emmi will sich vom Nutri-Score verabschieden, wie die Zeitungen von TA-Media berichten. Emmi hatte den Nutri-Score 2021 testweise beim internationalen Beststeller «Caffè Latte» eingeführt. Andere Anbieter von Kaffee-Milchmischgetränken hingegen hätten den Nutri-Score auf ihren Verpackungen nicht eingeführt, sodass keine Vergleichbarkeit möglich sei, schreibt Emmi auf Anfrage von foodaktuell.ch. «Hinzu kommt, dass es keine Harmonisierung der Anwendung innerhalb aller europäischen Ländern erreicht wurde, in denen Emmi tätig ist.» Der Nutri-Score biete in dieser Produktgruppe folglich keinen Mehrwert für Konsumentinnen und Konsumenten, hält Emmi weiter fest. Deshalb habe man sich entschieden, bei Neuheiten auf den Nutri-Score zu verzichten. Bei bestehenden Produkten halte man «vorerst» am Nutriscore fest.
Damit wird der Nutri-Score in den Regalen der Schweizer Detailhändler seltener werden. Coop hat von Anfang an auf den Nutri-Score bei Eigenprodukten verzichtet. Dabei bleibe es auch, bestätigte das Unternehmen gegenüber TA-Media. Es gebe derzeit kein Bewertungssystem, das«alle aus gesundheitlicher Sicht relevanten Parameter eines Lebensmittels» berücksichtige. Die Discounter Lidl und Aldi Suisse hingegen setzen weiterhin auf den Nutri-Score, wie sie dem Konsummagazin «Espresso» von Radio SRF sagten. Auch Volg werde den Nutri-Score «bis auf Weiteres weiterhin auf den Eigenmarken abbilden», teilte die Detailhändlerin auf Anfrage von foodaktuell.ch mit.
Dem Nutri-Score weht derzeit ein rauer Wind entgegen. Im März hat nach dem Ständerat auch der Nationalrat eine Motion angenommen, die den Nutri-Score zurückbindet (foodaktuell berichtete). Sie verbietet insbesondere dem Bund, sich für den Nutri-Score zu engagieren - auch finanziell. Die Verwendung des Nutri-Score sei eine Sache der Marktakteure und nicht des Bundes, heisst es in der Motion. Auf europäischer Ebene sperrt sich Italien gegen Versuche, den Nutri-Score obligatorisch zu erklären.