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Gesucht: Influencer für Getränke

Politikverdrossenheit, Energiesicherheit, künstliche Intelligenz und wie kriegt man die Jungen hinter dem TikTok hervor. Unternehmen sollen mehr kommunizieren – insbesondere mit Influencern.

«Sie haben die Chance, den Durchschnittskonsum von Getränken anzuheben». Christian Consoni, Präsident der Arbeitsgemeinschaft der schweizerischen Getränkebranche (ASG), rief augenzwinkernd die Teilnehmer des 66. Getränkekongresses dazu auf, den Anlass zu nutzen, um auch zu trinken. Dies, obwohl der Kongressort Interlaken, im Hotel Victoria – zwischen zwei Seen gelegen – den Durst nicht gross lassen werde, wie Consoni weiter meinte. An der ersten Referentin, Cloé Jans, Leiterin operatives Geschäft vom Marktforscher gfs.bern, sollte es nicht liegen, dass nicht viel getrunken wird. Ihr Schwiegervater sei schliesslich Bierbrauer, wie sie anfangs ihres Referats sagte.
Wie und ob überhaupt das politische Klima den Getränkekonsum beeinflusst, konnte die Politologin nicht erklären. Sie zeigte den Teilnehmern jedoch die politischen Strömungen und das gesellschaftliche Klima anhand ihrer Untersuchungen auf. Das grösste politische Geschäft des letzten Jahres seien natürlich die Wahlen gewesen. Dabei habe nicht nur Rechts, sondern auch Links gewonnen. Festzuhalten bleibe, dass die Regierungsparteien gewonnen hätten. So seien jetzt wieder 75 % der Wähler in der Regierung vertreten, was eigentlich Stabilität schaffe. Dies im Gegensatz zum Ausland, wo die Regierungen viel weniger Menschen repräsentieren würden. Trotz Einbindung habe die «Kakaphonie» der Themen zugenommen. Dies habe sich schon vor den Wahlen gezeigt, wo es relativ unklar gewesen sei, was die Wähler an die Urne treiben werde. «Wahlen bleiben unvorhersehbar», sagte Jans. Hingegen klar sei, dass die Polarisierung nach wie vor stattfinde und auch der Fakt, dass Männer immer noch häufiger an die Urne gehen würden als Frauen, sei da. Weiter habe es neue Allianzen gegeben. So seien die Bürgerlichen viel weniger geschlossen. Die grösste Allianz sei diejenige: «alle gegen die SVP».
Sieg des Egoismus?
Dann kam der 3. März mit der Niederlage der bürgerlichen Politik. Die 13. AHV-Revision sei gewonnen worden, weil die Leute das Gefühl gehabt hätten, dass die Lebenshaltungskosten immer mehr steigen würden und der wirtschaftliche Druck, mit steigenden Mieten etc., immens. Neben der grossen Mobilisierungskraft der Linken, hätten die Wähler unter dem Eindruck der Top-Themen wie: Gesundheitsfragen, Krankenkassenprämien, Zuwanderung, Wohnkosten, den Eindruck erhalten, die Ausgaben würden nur für die «Anderen» steigen.
Hingegen sei im langfristigen Vergleich die Sorge der Arbeitslosigkeit in den letzten Jahren zusammengebrochen. Auch Steuersysteme würden die Leute nicht interessieren, sagte Jans. «Die meisten Leute stimmen egoistischer ab», sagte ein Teilnehmer. Dies lasse im Hinblick zur Abstimmung am 9. Juni, wo es wieder um Prämien im Gesundheitswesen gehe, nichts Gutes erahnen.
Schwierig an Leute heranzukommen
Aber was treibt die Menschen eigentlich an die Urne? Nicht mehr viel fand Ferris Bühler, Kommunikator mit gleichnamiger Werbeagentur. Es sei sehr schwierig, an die jüngeren Menschen zwischen 15 und 28 Jahren – die sogenannte «two streams society» heranzukommen. An diese «überinformierte» Zielgruppe – auch zu Marken und Produkten – die auf den Social-Media-Kanälen lieber nichts Persönliches preisgebe, hingegen jedoch alles teilen würden, was ihre Influencer cool fänden. Es gehe um Aufmerksamkeit in der Reizüberflutung. «8 Sekunden müssen reichen, eine Botschaft zu vermitteln», sagte Ferris den versammelten Getränkeanbietern und forderte sie auf: «Suchen Sie sich geeignete Influencer». Zudem sei es noch nie so einfach gewesen Daten zu analysieren. Mit künstlicher Intelligenz könne dies künftig ausgewertet werden und dabei individuelle und massgeschneiderte Werbung zu machen, das auf den Vorlieben der NutzerInnen basiere.
Kommunikation soll solide und ehrlich sein. Dabei sollen Unternehmen wissen, wie man kommuniziert. Doch viele – gerade kleinere Familienunternehmen – hätten Angst und seien unsicher, zu welchen Themen sie sich äussern sollten, sagte Cloe Jans. Dabei würden sich die Leute wünschen, dass Unternehmen zu politischen Themen – wenigstens zu inländischen – Stellung nehmen würden und: «Nicht nur flauschig».
Nachhaltige Energiesicherheit verbessern
Kommunikation zu politischen Themen machte dann wieder Yves Bichsel, Generalsekretär Eidg. Departement für Umwelt Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK, im Hinblick zum 9. Juni. Die Aussichten zur Annahme der Vorlage für eine sichere Stromversorgung stünden gut, sagte Moderator Urs Gredig. Bichsel listete sicherheitshalber die Vorteile einer Annahme auf: Stärkung der Energie- und der Netzsicherheit, Verbesserung der Energieeffizienz oder der Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion. Er beschwichtigte die Kritiker der Vorlage, dass die direktdemokratischen Prinzipien mit dem schnellen Zubau nicht gefährdet seien. «Wenn die Gemeindeversammlung nein sagt, dann heisst das auch Nein», sagte Bichsel.
Achtung: Hackerangriffe
Ein wichtiges Thema für Unternehmen ist die Cybersicherheit. Florian Schütz, Direktor des Bundesamtes für Cybersicherheit mahnte diese stärker und schnell in die Sicherheit ihrer Informatik zu investieren. Die Gefährdung sei da und die Fälle von Hackerangriffen würde steigen. Wöchentlich würden zwischen 300 und 2400 Fälle gemeldet. Dabei seien es meistens Betrugsfälle. Oft «nur» sogenannte Script Kiddies- die unerlaubt Skripte oder Programme anderer benutzten, um unerlaubten Zugriff auf Computersysteme zu erlangen. Dann seien oft sogenannte Hacktivisten die eine politische Nachricht vermitteln möchten, gefährlich. Weiter würden Cyberkriminelle an Daten und Infos gelangen. In politisch unsicheren Zeiten wie heute, würden zudem Staaten, mit einem Heer an Hackern versuchen, Einfluss zu nehmen, zu spionieren und sogar Sabotagen zu verüben. Dagegen habe der Nachrichtendienst jedoch eine Softwareprophylaxe entwickelt. Es brauche jedoch Initiative, die von den Unternehmen ausgehen müsste.

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