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Die Gruyère-AOP-Produktion bleibt bis Ende Jahr gedrosselt

Die Sortenorganisation Gruyère AOP schraubt die Produktion fürs ganze Jahr um sieben Prozent runter. Noch immer liegt zu viel alter Gruyère in den Lagern. In der Schweiz gab es letztes Jahr einen neuen Verkaufsrekord.

Die Lager sind immer noch voll mit altem Gruyère.

Quelle: Symbolbild mos

Dieses Jahr dürfen die Käser weniger Gruyère AOP produzieren. Die Interprofession du Gruyère AOP (IPG) hat die für die ersten drei Monate entschiedene Reduktion der Produktionsmenge um sieben Prozent fürs ganze Jahr verlängert, wie die Freiburger Tageszeitung «La Liberté» berichtet. Von der Kürzung sind laut Bericht erstmals auch die Produzenten von Gruyère d'alpage betroffen.
Mit der Massnahme versucht die Interprofession, Angebot und Nachfrage wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Denn: Noch immer liegt zu viel alter Gruyère in den Lagern. Die IGP hat laut Direktor Philippe Bardet in den letzten zwei Jahren über zwei Millionen Franken in Promotionen gesteckt, um den alten Gruyère los zu werden. Der Grund für die vollen Lager: Wegen des Käsebooms in der Coronazeit hat die IPG 2022 die Produktionsquote für den Gruyère AOP erhöht. Letztes Jahr musste sie dann die Produktion schliesslich um 10 Prozent drosseln. Philippe Bardet relativiert: «Wir sind aktuell nur drei Prozent unter dem Niveau von 2019.»
Letztes Jahr wurden insgesamt 30'174 Tonnen Gruyère AOP produziert, 2022 waren es noch 32’740 Tonnen gewesen, 2019 30’755 Tonnen, wie aus dem Jahresbericht 2023 hervorgeht. Auch der Gruyère-Konsum ist letztes Jahr gesunken, um 300 Tonnen auf 31'600 Tonnen. In der EU wurden etwas über 200 Tonnen weniger Gruyère verkauft als 2022, vor allem in Frankreich und Belgien. Ausserhalb der Europäischen Union konnten die schlechten Zahlen, die zum Jahresbeginn 2023 verzeichnet worden waren, bis zum Jahresende nicht mehr aufgeholt werden, wie es weiter heisst. In der Schweiz hingegen verzeichnete der Gruyère AOP mit verkauften 18'754 Tonnen einen neuen Rekord. Dazu beigetragen haben auch die erwähnten Promotionen.
Kein «Prix Garantie», kein Nutri-Score
Erfolgreich hat sich die Interprofession gegen das Ansinnen von Coop gewehrt, den Gruyère AOP ins «Prix Garantie»-Sortiment aufzunehmen. Ein Produkt mit derBekanntheit des Gruyère AOP habe nichts im Segment «Prix Garantie» verloren, heisst es im Jahresbericht. Das würde zu «unerwünschtem Druck von Seiten des Handels führen». Ebenfalls verhindern konnte die Interprofession den Versuch der Migros, den Nutri-Score auf der Gruyère-Verpackung anzugeben. Der Nutri-Score-Algorithmus trage der Qualität des Gruyère AOP, seiner Herstellung und der Konservierung ohne Zusatzstoffe nicht Rechnung, heisst es im Jahresbericht. Entsprechend habe die Interprofession im Parlament eine Motion unterstützt, die unter anderem  die obligatorische Einführung des Nutri-Score verhindern will.
IPG fährt Emmentaler Switzerland an den Karren
Die Sortenorganisation Gruyère hat sich zudem mit einem Brief ans BLW gewandt, um sich gegen eine von der Sortenorganisation Emmentaler AOP beantragte Änderung des Emmentaler-Pflichtenhefts zu wehren. Emmentaler Switzerland will die maximale Verarbeitungsfrist der Milch für Emmentaler AOP von 24 auf 29 Stunden ausdehnen, um der Realität der Automatischen Melksysteme Rechnung zu tragen. Das Gesuch ist derzeit beim BLW hängig, bis Ende Jahr wird ein Bericht erwartet. Laut der IPG würde eine derartige Verlängerung der Verarbeitungsfrist die Qualität des Produkts und damit die kontrollierte Ursprungsbezeichnung beinträchtigen. «In einer Zeit, in der alle europäischen Konkurrenten ihre Kriterien verschärfen, wäre eine Herabsetzung der Standards nicht nachvollziehbar», heisst es im Jahresbericht. Der Emmentaler könne sein Problem «durch die Beantragung einer Anerkennung als IGP lösen», heisst es weiter.

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