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Hohe Ansprüche und Zielkonflikte – GalloSuisse sucht Lösungswege

Letztes Jahr wurden in der Schweiz weniger Eier produziert, die Nachfrage nach heimischen Eiern bleibt aber hoch. An der Delegiertenversammlung stand nicht nur der Markt im Fokus, sondern auch agrarpolitische Themen sowie der Ausstieg aus dem Kükentöten.

Zweinutzungshühner sind eine Möglichkeit zum Ausstieg aus dem Kükentöten, der Bio-Bereich setzt darauf. Ihre Futter-Effizienz liegt aber tiefer.

Quelle: jin/lid

Die 26. Delegiertenversammlung markierte das 25-jährige Jubiläum der Vereinigung der Schweizer Eierproduzenten GalloSuisse. Präsident Daniel Würgler betonte, dass es wichtiger sei, in die Zukunft zu blicken, als über die Vergangenheit zu sprechen. Zahlreiche Herausforderungen und Ansprüche müssten bewältigt werden.
Würgler unterstrich die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Denkens in der Branche, um erfolgreich in die Zukunft zu gehen. «Wir erarbeiten und schlagen praxistaugliche Lösungen vor. Dabei setzen wir lieber auf kleine, wirksame Schritte als auf grosse, die später neue Probleme verursachen könnten», erklärte Würgler. Nur so könne eine nachhaltige Zukunft für die Schweizer Eierproduktion geschaffen werden.
Kürzung der BTS-Beiträge
Ein zentrales agrarpolitisches Thema für die Eierproduzenten ist die Kürzung der BTS-Beiträge (besonders tierfreundliche Stallhaltung) durch den Bund. Der Verband habe den Detailhandel aufgefordert, diese Kürzung bei den Produzentenpreisen zu berücksichtigen, sagte Martin Rüegg, der im Verband für Agrarpolitik zuständig ist.
Weitere Themen waren das Touchierverbot im Rahmen der Revision der Tierschutzverordnung sowie der Absenkpfad Nährstoffe. Zum Touchierverbot (leichte Kürzung der Schnabelspitze zur Vermeidung von Federpicken und Kannibalismus; das Coupieren ist in der Schweiz verboten) erarbeitete eine Arbeitsgruppe einen Lösungsansatz, der nun in der Vernehmlassung ist. Der Ansatz sieht u.a. vor, dass das Touchieren nur bis zum zweiten Lebenstag der Küken vorgenommen werden darf. «Wir hoffen, dass dies so berücksichtigt wird», sagte Rüegg. Im Bereich des Absenkpfades Nährstoffe wurde eine Zielvereinbarung mit dem Bund getroffen.
Aktuell ist bei GalloSuisse die Biodiversitätsinitiative ein Thema, bei dem der Verband an der Nein-Kampagne beteiligt ist. Die Initiative schwäche die einheimische Produktion, was sich auch auf die Eierproduzenten auswirken würde, so Rüegg.
Ausstieg aus dem Kükentöten
Der Ausstieg aus dem Kükentöten ist ebenfalls ein langjähriger Diskussionspunkt. «Wir sind auf dem Weg zu einer Schweizer Branchenlösung», erklärte Daniel Würgler. Es bestehe ein Zielkonflikt zwischen Ökologie, Ökonomie und Ethik. «Wenn es einfache Lösungen gäbe, wären diese weltweit schon umgesetzt», so Würgler. Ziel ist es, die Branchenlösung bis Ende 2025 zu vollziehen. Weitere Details sollen im August dieses Jahres bekannt gegeben werden. Während in der konventionellen Produktion die Geschlechter-Erkennung im Ei (in ovo) angestrebt wird, setzt der Bio-Bereich auf die Mast von Bruderhähnen und Zweinutzungsrassen. Der Ausstieg erfolgt bis Ende 2025. Die In-Ovo-Technologie ist im Bio-Bereich verboten.
Stärkere Eier-Nachfrage in Gastronomie, tiefere im Detailhandel
Aufgrund der schwierigen Marktlage 2022 und verlängerter Umtriebe wurden im vergangenen Jahr 80'000 Küken und 41 Millionen Eier weniger produziert. «Die erhoffte Reduktion der Spitze zeigt sich noch nicht in der Statistik», erklärte Vizepräsident André Hodel. Im laufenden Jahr liegt die Eierproduktion um 2,4 Prozent im Plus.
Ein Blick auf die Verkäufe zeigt einen Rückgang der Eierverkäufe im Detailhandel, während die Nachfrage in der Gastronomie und der Verarbeitung steigt. «Wir gehen davon aus, dass ein Teil der tieferen Detailhandelsverkäufe durch Direktvermarktung kompensiert wird», so Hodel.
Geschäftsstelle wird gestärkt
Für Stefan Heller war es die erste Delegiertenversammlung als Geschäftsführer. Der gelernte Koch mit internationaler Erfahrung führt den Verband seit September 2023. Zuvor war er u.a. für die Kadi AG, Fromalp und Emmi tätig. Seit 2018 ist er zudem Geschäftsführer der Sortenorganisation Sbrinz, was er in einem kleinen Pensum weiterführt. Aktuell liegt sein Fokus neben der Strategie «GalloFuturo» auf der Stärkung der Geschäftsstelle in Zollikofen mit zwei neuen Mitarbeiterinnen.
Die Delegierten stimmten einstimmig einer Erhöhung des Mitgliederbeitrags um 2 Rappen pro Legehennenplatz zu, um GalloSuisse genügend Schlagkraft für kommende Projekte und Herausforderungen zu geben. Der Marketingbeitrag bleibt gleich. Ebenso wurde die Weiterführung des freiwilligen Marketingbeitrags von 1 Rappen je Tierplatz genehmigt.
Marketing: Direkt zu den Kundinnen und Kunden
Die neue Marketing-Kampagne zeige hervorragende Ergebnisse, insbesondere bei der Vermittlung der Kernwerte, berichtete Marketingverantwortliche Karin Frederiks. Neben Werbung, u.a. mit dem Sponsoring von Skifahrer Lars Rösti sowie den Schwingern Andreas und Lukas Döbeli, betonte sie die hohe Bedeutung des direkten Kontakts mit den Konsumenten. «Ganz egal, ob am Markt- oder Messestand, im direkten Kontakt können wir authentisch unsere Arbeit zeigen. Das ist das Wertvollste, was wir tun können», so Frederiks.
Martin Schütz in den Vorstand gewählt
Nach der Insolvenz von Rüegg-Gallipor Ende letzten Jahres konnte Sepp Rüegg, Vertreter der IG Bio-Ei, seinen Sitz im Vorstand nicht mehr wahrnehmen. Markus Schütz, Präsident der IG Bio-Ei, nahm deshalb bereits als Gast an den Vorstandssitzungen von GalloSuisse teil. Schütz, der auf seinem Betrieb in Strengelbach AG auch eine Aufzucht für Bruderhähne führt, wurde von den Delegierten einstimmig in den Vorstand gewählt.

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