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Mit KI zum Lieblingsprodukt

Wandel im Online-Shopping Online-Markplatz Ricardo und Detailhändler Globus bieten neu die Artikelsuche mithilfe von künstlicher Intelligenz an. Dies setzt den stationären Handel weiter unter Druck.

Eifrigen Nutzerinnen und Nutzern des Onlinemarktplatzes Ricardo wird aufgefallen sein: Auf der Startseite befindet sich neuerdings ein sogenannter «AI-Button». Die Artificial Intelligence, auf Deutsch künstliche Intelligenz (KI), identifiziert Gegenstände auf Fotos, die von den Nutzern und Nutzerinnen hochgeladen werden. Und sucht dann passende Auktionen oder Angebote von gleichen oder von ähnlichen Produkten auf Ricardo heraus. Die Funktion steht seit Ende Mai vorerst nur für Android-Smartphones zur Verfügung. Ab Herbst soll es sie auch fürs iPhone geben.
«Damit in der Schweiz mehr ungenutzte Artikel weiter benutzt werden und nicht neu gekauft werden müssen, investiert Ricardo viel in ein möglichst einfaches Kauf- und Verkaufserlebnis. Dazu gehört auch der Einsatz von AI», schreibt Ricardo, das wie diese Zeitung zur TX Group gehört. Die ersten Rückmeldungen würden positiv ausfallen: «Aktuell werden täglich rund 1000 Suchanfragen über die AI ausgeführt», schreibt eine Sprecherin. Der Datenschutz der Fotos sei dabei jederzeit gewährleistet: «Ricardo speichert keine hochgeladenen Fotos oder andere Daten.»
Verschiedene Händler setzen auf Bilderkennung
Eine ähnliche Funktion bietet der Detailhändler Globus an. Auch dort erkennt die KI auf hochgeladenen Bildern Produkte und sucht die entsprechenden Angebote auf Globus.ch heraus. Ein kleiner Test sowohl bei Ricardo als auch bei Globus zeigt, dass die Produkte gut erkannt werden. Künstliche Intelligenz hält immer mehr in den Handel Einzug, und das in unterschiedlichen Formen.
Bei der Health and Life AG, die hinter Onlineshops wie McDrogerie.chund Benu.ch steht, werden Produktbeschreibungen mit der KI erstellt. So sollen diese ausführlicher sein und mehr in Richtung eines Beratungsgesprächs in der Apotheke gehen. Bessere Beratung und zugeschnittene Produktempfehlungen: Wird wegen der KI der Onlinehandel dem stationären Handel noch schneller davonziehen? Momentan werde im Bereich der KI im Onlinehandel noch viel experimentiert, sagt David Morant von den Onlinehandelsexperten von Carpathia. «Sie hilft den Shops aber sicher, die Kundinnen und Kunden und ihre Bedürfnisse besser zu kennen und ihnen auf diese zugeschnittene Produktempfehlungen zu machen, was bisher noch nicht so gut möglich war.»
So müsse man bei der Suche nach einem Computer über einen digitalen Berater das Wunschgerät nicht mehr exakt nach technischen Komponenten filtern. «Es genügt, allgemein einzugeben, dass man in der Kreativbranche arbeitet und einen passenden Computer sucht, und schon kommen die passenden Ergebnisse, wie in einem klassischen Beratungsgespräch.»
Umsatzrückgang im Detailhandel
Die Performance des Schweizer Detailhandels im letzten Jahr ist zweischneidig: Zwar legte dieser im Bereich der Lebensmittel weiter zu. In den anderen Bereichen, wo die Onlinekonkurrenz am grössten ist, resultierte gemäss neuesten Zahlen des Marktforschungsinstituts GFK ein Umsatzrückgang von 1,5 Prozent.
Besonders stark fiel der Rückgang bei der Heimelektronik und der Mode aus. Der Onlinehandel hingegen wuchs und hat in der Schweiz wieder das Niveau von 2021 erreicht. Die grösste Herausforderung für den stationären Handel im Zusammenhang mit KI sieht Bernhard Egger vom Schweizer Handelsverband in der gestiegenen Vergleichbarkeit. «Früher sah ich ein Produkt in einem Laden oder einem Schaufenster und kaufte es dann häufig dort, schliesslich war es aufwendig, zu schauen, ob es das gleiche Produkt in einem anderen Geschäft gibt», sagt der Geschäftsführer vom Handelsverband. swiss. Heute jedoch mache man ein Foto, die KI erkenne das Produkt, und sogleich finde man Vergleichsangebote von anderen Anbietern. Egger spielt damit auch auf Google Lens an. Schon heute lässt sich über die Fotoerkennung von Google das Wunschprodukt samt Preisvergleich in der Shopping-Funktion der Suchmaschine ausfindig machen.

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