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NGO warnt: EU-Öko-Verordnung gefährdet Bio-Lieferketten

Die neue EU-Bio-Verordnung gefährde die Existenz von Bio-Produzenten in Afrika, Asien und Lateinamerika, warnt Fairtrade Deutschland. Zudem könnten Bio-Lieferketten etwa für Kakao, Kaffee oder Bananen zusammenbrechen.

Laut Schätzungen der NGO Fairtrade werden 95 Prozent der Produzenten von Fairtrade-Biobananen die neue EU-Öko-Verordnung nicht erfüllen können.

Quelle: Symbolbild Pixabay

Brüssel will die Regeln für Bio-Importe aus Nicht-EU-Ländern verschärfen. Ab nächstem Jahr müssen Bio-Importe aus Drittländern ohne Handelsabkommen eins zu eins die Bio-Standards der EU erfüllen. Bisher galten für sie äquivalente Standards. Nun schlägt die NGO Fairtrade Deutschland Alarm. Die neuen Regelungen der EU-Öko-Verordnung gingen an der «Realität im globalen Süden vorbei», schreibt die NGO in einer Mitteilung. Die Organisation fordert deshalb die EU auf, die Vorgaben zu ändern sowie die Einführung der neuen Regelungen um mindestens 15 Monate zu verschieben. Ansonsten drohe ein Zusammenbrechen von Lieferketten aus dem Globalen Süden.
Besonders problematisch aus Sicht von Fairtrade: Erzeugergemeinschaften, die konventionellen wie auch Bio-Landbau betreiben, dürfen künftig keine konventionellen Mitglieder mehr haben, wenn sie Bioprodukte in die EU exportieren wollen. Fairtrade kritisiert auch, dass Unternehmergruppen das Bio-Siegel mit der neuen Öko-Verordnung nur unter sehr strengen Auflagen erhalten: So dürfen die einzelnen Mitglieder einer Unternehmergruppe nicht mehr als fünf Hektaren bewirtschaften und nicht mehr als 25'000 Euro Bio-Umsatz machen. Eine Unternehmergruppe darf maximal 2000 Mitglieder haben.
«Das betrachten wir als praxisfern und gegen die bisherige Entwicklungspolitik gerichtet», sagt Claudia Brück, Vorständin von Fairtrade Deutschland. «Jahrelang haben wir Organisationen dahin beraten, sich in grössere Einheiten zusammen zu schliessen, um effizienter und wettbewerbsfähiger zu sein. Diese Entwicklung wird nun entgegen aller Sinnhaftigkeit wieder umgekehrt.»
Hoher Aufwand für Produzenten
Die Mehrheit der derzeit zertifizierten Erzeugergemeinschaften werde eigens für die EU-Zertifizierung neue juristische Einheiten gründen müssen, so Brück weiter. Das stelle eine grosse Herausforderung dar und bringe hohe Kosten. Derzeit erfüllten laut Schätzung rund 60 Prozent der Fairtrade-zertifizierten Bio-Kaffee- und Kakaoproduzenten sowie 95 Prozent der Produzenten von Fairtrade-Biobananen die neue EU-Öko-Verordnung nicht.
Darüber hinaus müssten die neuen Anforderungen an zulässige Substanzen für den biologischen Pflanzenschutz geklärt werden, fordert Fairtrade. Die Verfahren für Rückstandsuntersuchungen vor der Einfuhr in die EU müssten ebenfalls geändert werden, da derzeit eine notwendige Infrastruktur an Laboren fehle. Zudem dürften die Kosten dieser Untersuchungen nicht zu Mehrbelastungen für Bäuerinnen und Bauern führen. Fairtrade Deutschland fordert auch die EU auf, Unterstützungsmassnahmen in Form von technischer Beratung und Finanzierung für Erzeugerorganisationen bereitzustellen, um ihnen nicht nur bei der Erfüllung der Anforderungen zu helfen, sondern auch Anreize für den ökologischen Landbau zu schaffen.
Laut der «Lebensmittelzeitung» rechnen Branchenkenner durch die bürokratischen Auflagen mit einer enormen Kostensteigerung bei Bio-Ware, Preiserhöhungen von 100 bis 500 Prozent seien möglich.

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