Die Makrele zählt zu wirtschaftlich wichtigsten Fischbeständen Europas.
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Der Marine Stewardship Council (MSC) appelliert in einer Medienmitteilung an die Fischereinationen im Nordatlantik, den politischen Stillstand zu beenden und sich auf eine dauerhafte Quotenaufteilung für Atlanto-Skandischen Hering, Blauen Wittling und Makrele zu einigen. Grund für den Aufruf sind neue wissenschaftliche Daten des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES), die laut Mitteilung «einen besorgniserregenden, anhaltenden Abwärtstrend» für den Hering und die Makrele zeigen. Beide Bestände zählen traditionell zu den grösten und wirtschaftlich wichtigsten Fischbeständen Europas.
Hering und Makrele im freien Fall
Der Bestand des atlanto-skandischen Herings ist seit 2008 von 6,9 Millionen Tonnen auf 3,1 Millionen Tonnen geschrumpft und fiel in diesem Jahr unter die kritische Bestandsgröße, ab der die langfristige Gesundheit eines Bestand gefährdet ist, wie MSC schreibt. Der Makrelenbestand ist seit 2015 von 7,26 Millionen Tonnen auf heute 2,8 Millionen Tonnen gesunken und liegt damit laut MSC nur noch knapp über jener Gefährdungsschwelle.
Aus dem aktuellen ICES-Gutachten geht zudem laut MSC hervor, dass die Fänge von atlanto-skandischem Hering und Makrele die wissenschaftlich empfohlenen Grenzwerte, ähnlich wie in den Vorjahren, erneut um 33% bzw. 35% überschritten haben. Die ständige Überschreitung dieser Grenzwerte gefährde die Gesundheit der Meere ebenso wie die Wirtschaft und die Existenzgrundlage der Fischer, so der MSC.
Fehlende Fangquotenvereinbarungen für den Nordostatlantik
Atlanto-skandischer Hering, Makrele und Blauer Wittling werden von einigen der reichsten Nationen der Welt befischt. Doch die Regierungsverhandlungen bezüglich der Quotenverteilung seien seit Jahren festgefahren, klagt der MSC. Stattdessen lege jedes Land seine eigene Quote fest - «mit der Konsequenz, dass die Summe der einzelnen Quoten deutlich über der wissenschaftlichen Empfehlung liegt». Das bevorstehende Treffen der nordostatlantischen Küstenstaaten im Oktober 2024 müsse deshalb Anlass sein, eine gemeinsame und nachhaltige Quotenvereinbarung zu treffen, fordert der MSC.
Konsequenzen auch für die Verbraucher
Das Ausbleiben von Fortschritten bei der Festlegung nachhaltiger Fangquoten hat auch dazu geführt, dass die Herings-, Makrelen- und Blauer Wittlings-Fischereien im Nordostatlantik 2019 und 2020 ihre MSC-Zertifizierung verloren haben. Dies habe auch die Verfügbarkeit von nachhaltigem Fisch für die Verbraucher erheblich eingeschränkt, so der MSC. In Deutschland gebe es kaum mehr nachhaltige Makrelenprodukte im Regal, und der Anteil zertifiziert nachhaltiger Heringsprodukte im Einzelhandel sei von 83% im Jahr 2020 auf 40% im Jahr 2024 zurückgegangen.
Link zu den ICES-Berichten:
Hering und
Makrele