Apfelverarbeitung ohne Reste
Der niederländische Müeslihersteller Yespers verarbeitet in einer neuen Anlage sämtliche Teile des Apfels.
Im Südwesten der niederländischen Hauptstadt Den Haag wurde die erste «Total Value Factory» eröffnet. Die Firma Yespers, ein Hersteller von Müeslimischungen, verarbeitet dort Äpfel, wobei jeder Teil eines Apfels verwertet wird, wie das Unternehmen mitteilt. Vor der Verarbeitung werden Stiele, Samen, Kerne und Fruchtfleisch getrennt. Die Stiele werden getrocknet und zu einer Apfeltee-Mischung verabeitet, die Samen werden zu Apfelöl gepresst. Aus dem Fruchtfleisch entstehen getrocknete Stücke und Apfelsaft, der Trester wird getrocknet und zu Apfelpulver verarbeitet. Yespers verwendet die Produkte selber, die Apfelstücke kommen in die Müesli, das Apfelpulver in Pfannkuchenmischungen, der Apfelsaft in Apfelsirup.
Durch die höhere Wertschöpfung aus dem Apfel könne man auch den Obstbauern einen fairen Preis bezahlen, heisst es weiter. Man habe mit dem Obsthändler Fruitmasters eine Vereinbarung unterzeichnet, um Nachhaltigkeit in der ganzen Lieferkette garantieren zu können.
Yespers engagiert sich auch sozial und bietet Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen, die sich bei der Jobsuche schwertun. Die Mitarbeitenden würden nicht nur für die Tätigkeiten im Betrieb geschult, sondern auch in weiteren Fähigkeiten, um mehr Selbstbewusstsein zu erhalten und auf den Arbeitsmarkt vorbereitet zu sein.
«Aus unserer Sicht gibt es nur dann Abfall, wenn man Ressourcen missbraucht», wird Yespers-Gründer Stefan Baecke zitiert. «Es ist seltsam, dass Apfelsaft oft als wertvoller angesehen wird als die anderen Teile des Apfels, obwohl Apfelsaft hauptsächlich Zuckerwasser ist. Wir wollen den maximalen Wert aller Teile betonen.»