Mogelpackung Granini-Orangensaft
Der Getränkekonzern hat seinen 100-prozentigen Orangensaft der Marke Granini durch einen Orangennektar mit nur noch 50 Prozent Fruchtgehalt ersetzt.
Quelle: zVg
Der Getränkeriese Eckes-Granini hat nicht nur bei Verbrauchern durch eine Neuerung Unmut ausgelöst. Der Hersteller mit Sitz im deutschen Nieder-Olm hat seinen 100-prozentigen Orangensaft der Marke Granini durch einen Orangennektar ersetzt. Darin ist nur noch 50 Prozent Fruchtgehalt erhalten.
Den Schritt wurde laut dem Hersteller aufgrund von gestiegenen Preisen für Orangensaftkonzentrat umgesetzt. Die Verbraucherzentrale Hamburg hingegen bezeichnet diese Änderung als Täuschungsmanöver. Sie bemängelt die unzureichende Kennzeichnung der reduzierten Fruchtgehaltmenge im neuen Produkt. Weiters kritisieren sie, dass das fehlende Volumen durch Zuckerwasser ausgeglichen wird. Trotz der Halbierung des Fruchtanteils bleibt der Verkaufspreis unverändert, wie «MSN» berichtet.
Granini erklärt das Zuckerwasser
Eckes-Granini erklärt die Produktumstellung mit einer starken Knappheit und Preissteigerung von Orangensaftkonzentrat. Durch den Wechsel zu Orangennektar kann der Preis trotz teurerer Rohstoffe stabil gehalten werden. Der neue Artikel unterscheidet sich vom alten durch ein dunkelgrünes Etikett, zuvor war es gelb. Ausserdem trägt er eine neue Artikelnummer.
Das Unternehmen weist auf die wachsenden Herausforderungen in der globalen Versorgung mit Orangensaft hin. Extremwetterereignisse, verstärkt durch den Klimawandel, das Wetterphänomen «El Niño» und eine hartnäckige Zitruskrankheit führen zu geringeren Ernteerträgen. Gleichzeitig steigt die weltweite Nachfrage nach Orangensaft.
Diese Faktoren treiben die Preise für das Konzentrat in die Höhe. An den Rohstoffbörsen wird Orangensaft aktuell mit einem Aufschlag von bis zu 150 Prozent im Vergleich zum Jahresbeginn 2022 gehandelt. Es ist keine Entspannung dieser Situation absehbar.