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Orangenapfel ist Apfel des Jahres

Die Kompetenzorganisation für alte Obstsorten und den Hochstamm-Obstbau wählte den Schweizer Orangenapfel zum Apfel des Jahres.

Fructus ernennt den Schweizer Orangenapfel zur Schweizer Obstsorte des Jahres 2025. Die Sorte wurde 1954 als erste Schweizer Apfelzüchtung von der damaligen Eidgenössischen Versuchsanstalt für Obst-, Wein- und Gartenbau in Wädenswil (heute Agroscope) freigegeben und ist eine Kreuzung der Sorten Ontario und Cox Orange. Die Früchte davon – benannt nach dem Baum Nr. 208 – waren klein und grün, und das Ende von Nr. 208 schien besiegelt zu sein. Doch die Forscher hätten damals noch nicht gewusst, dass Erstlingsfrüchte häufig schlecht entwickelt sind, wie Fructus schreibt.
Der Schweizer Orangenapfel habe in den Fünfzigerjahren mit seiner erfrischenden Säure und dem feinen Aroma begeistert, wie die Vereinigung weiter schreibt. Die Kundschaft habe den mittelgrossen, lagerfähigen Apfel mit dem festen, saftigen Fruchtfleisch, das auch beim Kochen nicht zerfällt, geschätzt.
Erst nach einiger Zeit wurde zufällig entdeckt, dass die Früchte trotz fehlender Kühlung ein frisches und saftiges Fruchtfleisch bewahrt hatten. Dank dieser wichtigen Eigenschaft bestand Nr. 208 die Selektion nachträglich und erhielt die Zuchtnummer Oe 208. Zwei Jahre später konnten laut Bericht 4 kg sehr schöne und in ihrem Geschmack voll befriedigende Früchte geerntet werden. Ab 1947 wurde Oe 208 in Hauptversuchen getestet und 1954 von der schweizerischen Kommission für Obstsortenprüfung unter dem Namen Schweizer Orangenapfel freigegeben. Der Name verweist auf die Herkunft (Schweiz) und die Vatersorte Cox Orange, von der die junge Sorte Geschmack, Form und die orange Färbung der reifen Früchte geerbt hat.
Im Anbau zeigt die Sorte jedoch Schwächen. Der Baum ist zwar wenig anfällig für Pilzkrankheiten, gedeiht aber nur in bevorzugten Lagen. Die Ernten sind laut Fructus eher unregelmässig und bei grossem Behang erreichen die Früchte die gewünschte Qualität nicht. Während sich der Schweizer Orangenapfel in den französischen Regionen Elsass und Lorraine bewährte und den Weg bis in osteuropäische Staaten fand, konnte er sich in der Schweiz nicht durchsetzen und blieb eine Liebhabersorte.
In Wädenswil werden bis heute neue Apfelsorten gezüchtet. Die Zuchtziele und Methoden wurden laufend angepasst und neben der Fruchtqualität bald um die Robustheit gegen Krankheiten erweitert. Auch aufgrund der Marktanforderungen und steigender Konkurrenz aus dem Ausland sind die Hürden für neue Sorten heute deutlich höher. Trotz technischer Fortschritte dauere es deshalb immer noch 15 bis 25 Jahre, bis eine neue Apfelsorte marktreif ist.

Kärcher 2026 - 10 Oktober Kärcher 2026 - 10 Oktober

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