5

Um ohne Wartezeit zum Artikel zu gelangen, benötigen Sie ein Abonnement.

Bereits registriert oder Abonnent:in?

Login

Jetzt Abo abschliessen

Probe Abo

Kostenlos

Geniessen Sie für einen Monat kostenlos alle Vorzüge eines Premiumabos.

Premium

ab CHF 98.–/Jahr

Online

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Online-Beiträgen.

mit Papierrechnung ab 123.–

Premium Plus

ab CHF 170.–/Jahr

Online

Print

Uneingeschränkter Onlinezugang

Plus monatlich das gedruckte Magazin im Briefkasten.

mit Papierrechnung ab 195.–

Orior stellt sich neu auf

Die Lebensmittelgruppe verzeichnet 2024 unter dem Strich einen Verlust von 35,2 Millionen Franken. Die Geschäftsführung und der Verwaltungsrat werden nun umgebaut.

Orior hat im Geschäftsjahr 2024 einen happigen Verlust eingefahren. Sondereffekte und Bereinigungen nach Buchhaltungs- und Bewertungsproblemen belasteten das Ergebnis. Das Unternehmen stellt nun die Geschäftsführung und den Verwaltungsrat neu auf. Das auf Convenience-Food, Fleischveredelung und Bio-Säfte spezialisierte Unternehmen erzielte im letzten Jahr einen Umsatz von 642,1 Mio. Fr. Das waren 0,2% weniger als im Jahr 2023. Organisch resultierte ein Wachstum von 0,5%. Preisgetriebene Ausschreibungsverluste im Retailbereich hätten auf den Umsatz gedrückt, schrieb Orior.
Unter Druck geriet die Profitabilität: Der operative Gewinn auf Stufe Ebitda brach um 58% auf 22,5 Mio. Fr. ein. Die entsprechende Marge verringerte sich um 4,8 Prozentpunkte auf noch 3,5%. Unter dem Strich resultierte ein Verlust von 35,2 Mio. Fr. Im Jahr davor sprang ein Gewinn von 19,9 Mio. Fr. heraus. Die Nettoverschuldung per Jahresende stieg auf 181,4 Mio. Fr. gegenüber 116,9 Mio. im Jahr davor. Die Eigenkapitalquote belief sich nach der Goodwill-Verrechnung auf 8,8% per Ende 2024 gegenüber 22,5% ein Jahr vorher. Das Unternehmen mit Töchtern wie Rapelli, Biotta und Albert Spiess verzichtet wie bereits angekündigt wegen der Bewertungsprobleme und der Finanzlage auf eine Dividende.
Hohe Wertberichtigungen
Mit den nun vorgelegten, teils bereinigten Zahlen bestätigte das Unternehmen seine provisorischen Eckwerte von Anfang Monat. Die Publikation des Geschäftsberichts hatte Orior Ende Februar wegen Bewertungsproblemen verschoben und die Ziele kassiert. Die Lebensmittelgruppe hatte im Dezember Restrukturierungsmassnahmen angekündigt und nahm Wertberichtigungen vor, die grösstenteils nicht-operative Bereiche betrafen. Im Zuge der Restrukturierung entdeckte Orior zudem im Februar 2025 Differenzen in der Lagerbewertung der Tochtergesellschaft Albert Spiess.
Die Wertminderung bei Spiess betrug den Angaben zufolge 10 bis 12 Mio. Fr., welche die Jahre 2023 und 2024 betrafen. Hintergrund sind laut Aussagen des Orior-Finanzchefs vom März manuelle Änderungen in der Buchhaltung. Er sprach damals von «grobfahrlässigen Fehlern». Die genauen Verantwortlichkeiten würden noch geprüft, hiess es zuletzt.
Friedli-Walser mit Doppelmandat
Das Unternehmen stellt nun die Geschäftsführung und den Verwaltungsrat neu auf. Monika Friedli-Walser übernimmt als Delegierte des Verwaltungsrats die operative Führung der Gruppe von Interims-CEO Filip De Spiegeleire. Dieser soll in den Verwaltungsrat wechseln. Friedli-Walser soll auch Verwaltungsratspräsidentin werden. Der amtierende Präsident Remo Brunschwiler stellt sich «aus persönlichen Gründen» nicht zur Wiederwahl. Neu in den Verwaltungsrat einziehen soll der Jurist Sandro Fehlmann.
Übergangsjahr 2025
Im Ausblick kündigte Orior 2025 ein «Übergangsjahr» an. Das Unternehmen erwartet eine organische Schrumpfung von 4 bis 6%. Grund sind den Angaben zufolge der Verlust eines Volumenauftrags in Belgien, Ausschreibungsverluste und der Verkauf der Gastrodepots von Albert Spiess. Die Rentabilität werde im ersten Halbjahr unter Druck bleiben. Der Fokus gelte unter anderem der Verbesserung der Resultate und des freien Cashflows sowie der Stärkung der dezentralen Struktur. Im Juni will das Unternehmen neue Weichenstellungen unter dem Titel «Orior way forward» kommunizieren.

Eigenwerbung Inserate Eigenwerbung Inserate

Wichtige Nachricht verpasst?

Nicht wenn Du den kostenlosen Newsletter abonniert hast.

Datenschutz