Stabiler Absatz, steigende Kosten
Die Schweizer Schokoladenhersteller konnten im letzten Jahr zwar etwas mehr verkaufen, der Umsatz stieg um 13,3 Prozent auf 2,2 Milliarden Franken. Sie sehen sich aber mit massiv steigenden Kosten konfrontiert.
Die Schweizer Schokoladenindustrie hat 2024 mit einem leichten Absatzplus von 0,6 % auf 209’096 Tonnen abgeschlossen. Während der Inlandmarkt mit +1,7 % wuchs, stagnierten die Exporte (+0,2 %). Angesichts des Exportanteils von über 72 % sei das ein Warnsignal für die Branche, schreibt der Verband Chocosuisse in einer Mitteilung.
Massiv unter Druck geraten die Unternehmen durch den massiv gestiegenen Kakaopreis, der sich innert Jahresfrist fast vervierfacht hat und Ende 2024 bei 10’888 US-Dollar pro Tonne lag. Erste Preissteigerungen führten zwar zu einem Umsatzplus von 13,3 % auf 2,2 Mrd. CHF, beruhen jedoch primär auf höheren Rohstoffkosten. Gleichzeitig sank der Pro-Kopf-Konsum im Inland um 2,4 % auf 10,6 kg.
Für das laufende Jahr werde die grosse Frage sein, wie die Konsumentinnen und Konsumenten auf Preiserhöhungen reagieren werden, heisst es weiter. Weil viele Schokoladeproduzenten im 2024 noch günstigeren Kakao an Lager gehabt hätten, kämen hohe Kakaopreise erst 2025 vollumfänglich in den Ladengeschäften an.
Chocosuisse warnt ferner vor strukturellen Nachteilen durch die Schweizer Agrarpolitik: Bei Milchpulver gibt es einen teilweisen Ausgleich, bei Zucker nicht. Auch wachsender regulatorischer Druck – etwa durch die kommende EU-Verordnung zu entwaldungsfreien Lieferketten – bereite Sorgen. Der Verband fordert Unterstützung vom Bund, um Wettbewerbsnachteile auszugleichen und den Marktzugang zur EU zu sichern.
Sorgen macht den Herstellern auch die EU-Verordnung über entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR), die ab Ende 2025 verbindlich gelten wird. Die Anforderungen an Rückverfolgbarkeit, Risikoanalyse und digitale Nachweispflichten seien komplex – und viele zentrale Umsetzungsfragen seien noch gar nicht geklärt. Dazu komme, dass Schweizer Unternehmen benachteiligt würden, weil für Unternehmen aus Drittstaaten manche Übergangsbestimmungen nicht gelten und kein vollwertiger Zugang in das Informationssystem der EU gewährt werde.