SMP fordert bessere Rahmenbedingungen
Die Schweizer Milchproduzenten bringen sich in Stellung, um die Agrarpolitik 2030 in ihrem Sinne zu beeinflussen. An ihrer Delegiertenversammlung wurde die Stossrichtung vorgestellt.
Boris Beuret, Präsident der SMP.
Die Schweizer Milchwirtschaft stehe heute gut da, sagte Boris Beuret, Präsident der Schweizer Milchproduzenten (SMP) an der Delegiertenversammlung des Verbandes vom 16. April in Bern. Es gelte dafür zu sorgen, dass das auch in Zukunft noch so sei, man wolle «die Stärken der Milchwirtschaft stärken».
Im Rahmen der Diskussionen über die Agrarpolitik 2030 unterstützt die SMP deshalb die Motion «Stärkung der Milchproduktion im Grasland Schweiz» der Wirtschaftskommission des Ständerats, die vom Ständerat angenommen wurde. Die Motion verlangt, «dass die Milchproduktion wieder ein wirtschaftlich attraktiver Sektor wird und die Wertschöpfung in der Schweiz gefördert wird». Konkret fordert die SMP etwa eine Erhöhung der Verkäsungszulage um 5 Rappen, eine Sicherung der Absatzförderung und die bessere Abgeltung von arbeitsintensiver Lebensmittelproduktion durch Direktzahlungen.
Die Milchbranche hat sich auch auf eine Umsetzung der Motion Nicolet geeinigt, die verlangt, dass die Verkäsungszulage nur ausbezahlt wird, wenn ein bestimmtes Milchpreisniveau erreicht wird. Die beiden Motion würden einander gut ergänzen, sagte SMP-Direktor Stephan Hagenbuch. Die erste sorge dafür, dass mehr Geld in die Milchbranche fliesse, und die zweite dafür, dass das Geld auch bei der Milchproduktion ankomme.
Die Milchmenge sei rückläufig, betonte Hagenbuch. Der Selbstversorgungsgrad sei auf 104 % gesunken, wenn es so weitergehe, sei die Schweiz in fünf Jahren Nettoimporteurin. Das hätten auch die Verarbeiter erkannt, die sich auch für eine Stärkung der Milchproduktion einsetzten.
Die von den USA geplanten und aufgeschobenen Zölle könnten einen Druck auf den Schweizer Milchpreis bewirken. Das erklärte Pierre-André Pittet, Leiter Wirtschaft & Internationales bei der SMP. Gut 10 % der Käseexporte, 8774 Tonnen, gehen in die USA, hauptsächlich Gruyère, aber auch Switzerland Swiss, Fertigfondue und Raclette. Beim Schokoladenexport geht es um 1000 Tonnen Vollmilchpulver. SMP-Präsident Boris Beuret erklärte: «Wir prüfen mögliche Auswirkungen der US-Zölle.» Je nach Entwicklung könnten Umgehungsimporte aus der EU die Schweizer Milchbranche in den nächsten Monaten beschäftigen.
Unter dem Traktandum Wahlen wurden drei neue Vorstandsmitglieder gewählt: Lukas Dissler (ZMP), Eric Joly (LRG) und Markus Ritter (MIBA). Als neue Suppleanten verstärken Kurt Krucker (TMP) und Adrian Theler (FLV) das Gremium. Zudem wurde Mireille Hirt zur 2. Vizepräsidentin der SMP gewählt.