Brand legt Cremo-Käserei in Villars-sur-Glâne lahm
Ein technischer Defekt hat die Käseproduktion am Cremo-Hauptsitz zum Stillstand gebracht. Der Zwischenfall belastet das Unternehmen zusätzlich zu seiner bereits angespannten finanziellen Lage.
Die Käserei von Cremo in Villars-sur-Glâne ist seit einem Brand am 26. März ausser Betrieb. Auslöser war ein defekter Schaltschrank – das «Gehirn der Käserei», wie Cremo-Sprecher Alex Segovia gegenüber «La Liberté» erklärte. Die Produktion von Gruyère AOP, Vacherin Fribourgeois AOP und Raclettekäse ist seither gestoppt.
Die Ursache des Brands wird derzeit untersucht, ein Wiederanlaufdatum ist noch offen. Verletzte gab es keine, der Schaden sei jedoch beträchtlich. Um die Ausfälle zu kompensieren, wurde die Raclette-Produktion ins Wallis verlagert und ein Teil der Milch nach Mont-sur-Lausanne umgeleitet. Für Gruyère und Vacherin greift Cremo auf Lagerbestände zurück.
Das Personal vor Ort wurde auf andere Bereiche verteilt – Kurzarbeit war nicht nötig. Dennoch wird der Zwischenfall finanzielle Spuren hinterlassen: Die Milch wird weiterhin zu AOP-Preisen vergütet, obwohl sie für Produkte mit geringerer Wertschöpfung genutzt wird.
Ferner machte der «Schweizer Bauer» am Samstag, 19. April bekannt, dass Cremo unverkäufliches Magermilchpulver in eine Biogasanlage geliefert hat. Cremo-Sprecher bestätigte, «dass wir eine gewisse Menge an Ware über Biogas entsorgt haben, weil wir sie nicht verkaufen konnten, auch nicht zu niedrigen Preisen». Das Milchpulver sei kurz vor dem Überschreiten des Mindesthaltbarkeitsdatums gewesen. Die Entsorgung über Biogas sei immer die letzte Lösung, die man nach Möglichkeit vermeiden möchte, wird Segovia zitiert. Man bemühe sich stets, alle anderen Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Produkte sinnvoll zu verwerten.
Cremo, der zweitgrösste Milchverarbeiter der Schweiz, befindet sich mitten in einem Sanierungsprozess. 2023 schrieb das Unternehmen erneut rote Zahlen und plant bis 2027 Einsparungen in Millionenhöhe.