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Migros will PFAS-Kontrollen intensivieren

Im Kanton St.Gallen wird nach wie vor kein Verbot für den Verkauf von PFAS-belastetem Fleisch durchgesetzt. Die Migros will deshalb die eigenen Kontrollen verschärfen.

Im Kanton St. Gallen wurden im letzten Herbst erhöhte Gehalte von sogenannten Ewigkeitschemikalien (PFAS) in Fleischproben gemessen. Die Behörden gaben bekannt, dass «Lebensmittel mit einer PFAS-Belastung über dem geltenden Höchstwert nicht mehr in den Verkauf kommen» dürfen. Obwohl bei 15 Betrieben zu hohe Werte im Fleisch gemessen wurden und bei fünf Betrieben zu hohe Werte in Eiern, wurden bisher keine Verkaufsverbote erlassen, wie die NZZ am Sonntag schrieb.
Jürg Daniel, Leiter des kantonalen Amts für Verbraucherschutz und Veterinärwesen erklärte gegenüber der NZZ am Sonntag, man befinde sich in einer Übergangsphase, in der das Fleisch noch verkauft werden dürfe. Der Kanton St. Gallen will gemeinsam mit den Bauern die PFAS-Belastung reduzieren.
Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV kritisiert dies als «nicht konform mit den Vorgaben des Lebensmittelrechts». Wenn Grenzwerte überschritten seien, dürfe das entsprechende Lebensmittel nicht mehr verkauft werden. «Das BLV hat den Kanton mehrfach darauf hingewiesen und einen korrekten Vollzug gefordert», zitiert die NZZ am Sonntag das BLV.
Der St. Galler Ständerat Benedikt Würth hat eine Motion eingereicht, die pragmatische Lösungen anstrebt. Die wirtschaftlichen Folgen für die Produktionsbetriebe müssten berücksichtigt werden. Unter anderem soll es möglich sein, belastetes Fleisch mit unbelastetem zu mischen, um den Grenzwert einzuhalten. Die Motion wird am Mittwoch, 4. Juni im Ständerat behandelt.
Die Migros will nun selber aktiv werden, wie die Tamedia-Zeitungen schreiben. Man nehme das Vorgehen des Kantons St. Gallen zur Kenntnis, werde aber die eigenen Kontrollen verschärfen und die Risikoeinschätzung erhöhen, wird die Migros-Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir zitiert. «Wir setzen weiterhin alles daran, dass keine Waren mit zu hohen PFAS-Werten auch auf nationaler Ebene in den Umlauf gelangen, auch wenn es leider nie eine 100-prozentige Sicherheit gibt»
Der Bundesrat ist der Motion von Würth gegenüber positiv eingestellt. Man werde die Anliegen bei den laufenden Arbeiten für eine Regelung berücksichtigen.
Kritisch sieht es hingegen die Branchenorganisation Proviande. Man setze auf hohe Qualität und Sicherheit und wolle den Ruf des Fleisches nicht aufs Spiel setzen, wird Proviande-Sprecher Philippe Häberli zitiert.

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