Schweizer Haushalte kaufen tendenziell häufiger ein, geben aber pro Einkauf weniger aus.
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Das Marktumfeld sei letztes Jahr geprägt gewesen von intensivem Preiswettbewerb bei Discountern und Supermärkten, dem Markteintritt internationaler Anbieter wie Rossmann und Action sowie anhaltenden Diskussionen rund um Temu, Shein und die Anpassung der Wertfreigrenze beim Einkaufstourismus, schreiben die beiden Marktforschungsunternehmen GfK und NIQ in einer Mitteilung.
Tiefpreisstrategien im Lebensmitteldetailhandel
Im Lebensmittel-Detailhandel, der erneut die Umätze steigern konnte, prägten laut den Marktforschern Preisstrategien den Markt: Aldi Suisse senkte dauerhaft die Preise für ausgewählte Produkte, Migros führte ein neues «Tiefpreis»-Sortiment ein. Die Zahl der Verkaufsstellen zeigt langfristig einen Rückgang seit 2000 (-27.8 Prozent), stieg in den letzten Jahren jedoch wieder an – getrieben durch die Expansion von Discountern und Grossverteilern.
Diese reagieren damit auf ein verändertes Einkaufsverhalten, wie Silke Volejnik, Retail Leader NielsenIQ Switzerland, erklärt: «Beim Einkaufsverhalten beobachten wir weiterhin, dass die Schweizer Haushalte tendenziell häufiger einkaufen gehen, dabei aber pro Einkauf weniger ausgeben. Diesem Trend folgen inzwischen die Detailhändler, indem sie ihr Filialnetz weiter ausbauen».
Strukturwandel im Non-Food-Bereich
Der Non-Food-Bereich verzeichnete 2024 einen leichten Umsatzrückgang von 0.1 Prozent, nach -1.5 Prozent im Vorjahr. Es habe strukturelle Veränderungen gegeben, schreiben die Marktforscher: Migros trennte sich im Zuge ihres Fachmarkt-Verkaufs unter anderem von den Marken Melectronics und SportX. Zugleich traten mit Rossmann und Action zwei internationale Anbieter mit Expansionsstrategie in den Schweizer Markt ein.
Online wächst weiter
Der Onlinehandel setzte sein Wachstum 2024 fort: Der B2C-Umsatz stieg um 500 Millionen auf 14.9 Milliarden Schweizer Franken. Während die Käufe über .ch-Domains um 1 Prozent zunahmen, wuchs der grenzüberschreitende Onlinehandel um 18 Prozent – insbesondere durch asiatische Anbieter.
Prognosen deuten auch für 2025 auf weiteres Wachstum hin. Neben etablierten Marktplätzen gewinnt auch Social Commerce, insbesondere bei der Generation Y, zunehmend an Bedeutung, so die beiden Marktforschungsunternehmen.