BVE-Geschäftsführer Olivier Kölsch.
Quelle: zVg
Der am 28. Juli verkündete Kompromiss zwischen den USA und der EU verhindere die angedrohten US-Importzölle von bis zu 30 Prozent und die geplanten EU-Gegenzölle, schreibt die Bundesvereinigung für die Ernährungsindustrie (BVE) in einer Stellungnahme. Für die rund 6 000 Betriebe der deutschen Ernährungsindustrie schaffe das zunächst Planungssicherheit. Die USA seien mit jährlich 2,5 Milliarden Euro einer ihrer wichtigsten Märkte ausserhalb der EU.
Die Ankündigung von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, bestimmte Agrarprodukte ausnehmen zu wollen, sei «ein Hoffnungsschimmer», heisst es weiter; eine Bewertung sei jedoch erst möglich, sobald die konkrete Produktliste vorlägen.
«Die EU darf sich auf diesem Ergebnis nicht ausruhen.», wird BVE-Geschäftsführer Olivier Kölsch zitiert. Die EU-Kommission müsse die aktuelle Einigung nicht als Endpunkt, sondern als Ausgangsbasis für weitere Verhandlungen zu begreifen. Ziel müsse ein verlässlicher, regelbasierter Freihandel mit den USA bleiben. Die gewachsenen Partnerschaften, etablierten Lieferketten und die starke Nachfrage nach deutschen Lebensmitteln in den USA liessen sich nicht ohne Weiteres durch andere Märkte ersetzen.
Ferner müsse die deutsche Politik ihre Hausaufgaben machen: «Wer weltweit exportieren will, muss auch weltweit wettbewerbsfähig sein. Dazu braucht es bezahlbare Energie, weniger Bürokratie und eine verlässliche Exportförderung.»
Die Ernährungsindustrie erwirtschaftet 232,6 Mrd. € Umsatz, beschäftigt 644 000 Menschen und ist zu 90 Prozent mittelständisch; ihre Exportquote liegt bei 35 Prozent – ein Potenzial, das laut BVE nicht aufs Spiel gesetzt werden darf.