Schoggi- und Biscuithersteller: Rückzug aus den USA eine Option
Schweizer Schokoladen- und Biscuitshersteller sind in den USA unterschiedlich exponiert. Gemäss dem Branchenverband Chocosuisse ist der Ausstieg aus dem US-Markt für manche ein Thema.
Die Luzerner Confiserie Bachmann hat bereits öffentlichkeitswirksam ihren Onlineshop für Kunden aus den USA geschlossen (foodaktuell berichtete). Andere prüfen die Situation. Die USA seien für die Schweiz ein wichtiger Absatzmarkt, sagte Roger Wehrli, Direktor des Herstellerverbands Chocouisse, gegenüber dem Onlineportal nau. «Rund sieben Prozent der Schweizer Schokoladenexporte gehen in die USA.» Diese Exporte würden mit dem angedrohten Zoll von 39 Prozent unattraktiv. Schweizer Hersteller hätten so gegenüber der Konkurrenz aus der EU und erst recht aus Grossbritannien einen Wettbewerbsnachteil.
Es dürfte sich «für viele Schweizer Schokoladenproduzenten nicht mehr lohnen, in die USA zu exportieren», sagte Wehrli. Damit seien mittelfristig Absatz und Arbeitsplätze gefährdet, lässt Chocosuisse in einer Stellungnahme verlauten. Man erwarte vom Bundesrat, dass er die Gespräche mit den US-Behörden mit Nachdruck weiterführe und sich dafür einsetze, dass der überhöhte Zollsatz rasch korrigiert werde.
Industrielle Hersteller hätten noch vor der Zollerhöhung Schokoladenvorräte in die USA geliefert, sagte Wehrli weiter. Aber: «Wenn der Zoll mittelfristig auf der angekündigten Höhe bliebe, ist der Ausstieg für viele ein realistisches Szenario.»
Der Schokoladenhersteller Läderach, der in den letzten Jahren in den USA stark wachsen konnte, gab bekannt, man werde die Ankündigung aus den USA für das Unternehmen bewerten. Klar sei, dass man nur in der Schweiz produziere.
Auch Schweizer Biscuitshersteller exportieren in die USA. Kamblys Hauptexportmärkte liegen in Europa, aber in ausgewählten US-Geschäften sei man auch vertreten, erklärte Kambly gegneüber nau. Die Kosten von allfälligen höheren Zöllen werde man überwälzen müssen.
Betroffen ist auch der Hersteller Hug, der in den USA vor allem Tartelettes für Gastronomie und Food-Service verkauft. Die Verkäufe in den USA machten unter fünf Prozent des Gesamtumsatzes aus, sagte Co-Geschäftsführerin Anna Hug gegenüber nau. Man nehme einen Umsatzrückgang oder einen tieferen Deckungsbeitrag in Kauf, ein Rückzug aus den USA sei keine Option.