Dorfkäserei Sumiswald ist gerettet
Hohe Ausgaben für eine Sanierung und eine geringere Nachfrage haben fast zum Ende der Käserei geführt. Das Käsehandelsunternehmen Vom Chaeser springt jetzt ein.
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In Sumiswald hätte die Dorfkäserei letzten Frühling fast Konkurs angemeldet. Das Potenzial im Verkaufsladen sei in den letzten Jahren zu gering gewesen, um die Produktion zu retten, wie Matthias Moser, Verwaltungsratspräsident der Dorfkäserei Sumiswald, auf ajour.ch zitiert wird. Die Käserei wurde 2017 saniert und hätte mit einem neuen Fertiger und neuer Käsepresse mehr produzieren können. Bis 2021 konnte jedoch nur etwas mehr als die Hälfte der geplanten Milchmenge verarbeitet werden.
Dies trotz berühmter Namen ihrer Halbhart-Käse, wie «Nonnenstolz» oder «Gotthelfkäse» – ausserdem setzte die Käserei noch stärker auf Weichkäse. Die Käsespezialitäten wurden insbesondere durch den wichtigsten Händler der Käserei, vom Chäser, Spirit Market GmbH in Worb, verkauft. Nun übernimmt vom Chäser mit Firmeninhaber, Thomas Vogt, den Verkaufsladen. Dabei wurde der Laden neu eingerichtet, das Sortiment erweitert und ein Selbstbedienungsangebot geschaffen. Ausserdem wurden seit Anfang Juli die Öffnungszeiten ausgebaut. «Ich möchte die regionalen Käsespezialitäten am Leben erhalten», wird Vogt auf ajour.ch zitiert.
Es werde jedoch schwierig bleiben, die jährlich rund 26 000 Käselaibe aus Sumiswald zu verkaufen, ist sich Matthias Moser sicher. Die Aktionäre haben schon Ende 2024 auf die Hälfte ihrer Aktien verzichtet. Die Finanzierung konnte dank der grossen Verbundenheit der Käserei im Volk, unter anderem auch mit einer Volksaktie im Wert von 623 000 Franken gewährleistet werden. Auch Darlehensgeber hätten jetzt auf einen Teil ihrer Forderungen verzichtet, heisst es weiter.