Walmart setzt auf «agentic AI»
Der US-amerikanische Detailhändler Walmart setzt auf sogenannte «agentic AI» - künstliche Intelligenz, die eigenständig Entscheidungen trifft und Prozesse automatisiert. Vier sogenannte Superagents sollen künftig zentrale Aufgaben in Einkauf, Mitarbeitersupport, Lieferantenmanagement und Systementwicklung übernehmen, wie das Portal Food Institute berichtet.
Einer davon, «Sparky», ist bereits im Einsatz und unterstützt Kundinnen und Kunden mit personalisierten Produktempfehlungen und Review-Zusammenfassungen. Geplant ist ferner die Einführung des «Associate» wird es Mitarbeitenden ermöglichen, Aufgaben wie das Einreichen eines Antrags auf Elternzeit zu erledigen oder Informationen zu Verkaufsdaten zu erhalten. «Marty» wird für Händler, Lieferanten und Marketingagenturen entwickelt und soll den Onboarding-Prozess für neue Geschäftsbeziehungen vereinfachen, Bestellungen verwalten und Kampagnen erstellen. «Developer» schliesslich ist die Plattform, auf der alle künftigen KI-Tools getestet, entwickelt und eingeführt werden.
«Agentic AI ist kein weiteres Dashboard. Es ist ein System, das eigenständig handelt, Informationen aus verschiedensten Quellen zusammenführt und Probleme löst, bevor sie jemand bemerkt», wird Steve Morris, CEO vom digitalen Beratungsunternehmen NEWMEDIA.com. zitiert.
Auch für die Lebensmittelbranche bieten sich laut Branchenkennern grosse Chancen: Automatisiertes Nachbestellen von Zutaten, Management individueller Ernährungsbedürfnisse oder die Vermeidung von Fehlern in der Bestellabwicklung seien nur einige Beispiele. «In der Gastronomie haben wir gesehen, wie Agentic AI komplexe Sonderwünsche korrekt ausführt und die Abläufe zwischen Küche und Service synchronisiert. Das hat Fehler und Verzögerungen fast halbiert», so Morris weiter. «Walmart strebt nicht nur kleine Verbesserungen an; sie aktualisieren ihr gesamtes Betriebsmodell, um Kosten niedrig zu halten und sich schnell anpassen zu können. Und das zahlt sich aus. Unternehmen, die in einheitliche KI-gesteuerte Datensysteme investieren, treffen bessere und schnellere Entscheidungen als ihre Mitbewerber», so Morris.
Die Technologie spare Zeit, reduziere Kosten und verbessere die Kundenerfahrung – und könnte damit zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor werden.