Forschende von Nestlé haben eine vereinfachte Methode entwickelt, bei der die gesamte Masse aus der Kakaoschote verwendet wird.
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Traditionell wird Schokolade nur aus den Kakaobohnen hergestellt, die aus dem Inneren der Kakaoschote gewonnen werden. Die Bohnen werden geerntet, fermentiert, getrocknet, geröstet und anschliessend zu einer Masse vermahlen, die zur Herstellung von Schokolade dient. Ein grosser Teil der Kakaofrucht – darunter das Fruchtfleisch, die Plazenta und die Schale – bleibt jedoch weitgehend ungenutzt.
Forschende von Nestlé hätten jedoch das Potenzial dieser Teile erkannt und eine vereinfachte Methode entwickelt, bei der die gesamte Masse aus der Schote gesammelt, natürlich fermentiert und anschliessend gemahlen, geröstet und getrocknet wird. Daraus entstehen Schokoladenflakes, die sich ohne geschmackliche Einbusse weiterverarbeiten lassen, wie Nestlé in einer Mitteilung schreibt. Auf diese Weise lasse sich nicht nur Abfall vermeiden, sondern es werde den Bauern auch ermöglicht, mehr Ertrag und Wert aus ihrer Ernte zu ziehen.
Nestlé engagiert sich seit
Jahren gegen Kinderarbeit in Kakaoanbaugebieten. Gleichzeitig sucht das Unternehmen
nach Lösungen, um Kakaobauern zu helfen, das volle Potenzial ihrer Ernte auszusschöpfen. «Diese Technik nutzt mehr von der Frucht und ermöglicht uns gleichzeitig, Konsumenten köstliche Schokolade anzubieten», wird Louise Barrett, Leiterin des Nestlé Forschungs- und Entwicklungszentrums für Süsswaren in York, in der Mitteilung zitiert. Man befinde sich noch im Pilotstadium, doch Nestlé prüfe die Anwendung bereits in grösserem Massstab.
Neben zusätzlichem Kakaoertrag bringe das Verfahren auch Zeitgewinn für die Kakaopflanzer. So könnten sie sich mit einer effizienteren Extraktion stärker auf bewährte Anbaumethoden wie das fachgerechte Schneiden der Kakaopflanzen konzentrieren, das nachweislich einen grossen Einfluss auf die Erträge hat.