Maximal fünf Gramm Salz pro Tag empfiehlt die WHO, hierzulande konsumieren die Menschen im Schnitt neun Gramm.
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21 Hersteller und Händler haben die «Erklärung von Mailand» erneut unterzeichnet.
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Müesli, Joghurts und Erfrischungsgetränke enthalten heute weniger zugesetzten Zucker als noch vor zehn Jahren. Im Rahmen der freiwilligen Branchenvereinbarung «Erklärung von Mailand» haben sich Lebensmittel- und Getränkehersteller Reduktionsziele auferlegt und auch erreicht. Nun hat sich die Branche zusammen mit dem Eidgenössischen Departement des Innern (EDI) neue Reduktionsziele gegeben. In Quark, Frühstückscerealien und Milchmischgetränken soll der zugesetzte Zucker bis Ende 2028 um weitere 10 Prozent, in Joghurts um weitere 5 Prozent sinken. Auch in Erfrischungsgetränken ist eine weitere Reduktion des Zuckergehalts um 10 Prozent vorgesehen. Der reduzierte Zucker darf dabei nicht durch Süssungsmittel ersetzt werden.
21 Schweizer Lebensmittelunternehmen haben dazu am Donnerstag in Bern im Beisein von Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider erneut die «Erklärung von Mailand» unterschrieben. Die freiwillige Selbstverpflichtung existiert seit zehn Jahren. Die Bilanz sei positiv, sagte Bundesrätin Baume-Schneider bei einem Point de Presse in Bern. «Aber weitere Fortschritte können und müssen erreicht werden.»
Erneut keine Vereinbarung zu Salz-Reduktionszielen
Das gelte insbesondere auch für die Salzreduktion in verarbeiteten Lebensmitteln, sagte die Bundesrätin weiter. Das EDI wollte mit der Lebensmittelbranche freiwillige Reduktionsziele für den Salzgehalt in Pizzen und Fertiggerichten vereinbaren, blitzte dabei aber bei Herstellern und Händlern ab. Wie schon 2023. Einzig Aldi Suisse hat sich zu freiwilligen Salzreduktionszielen verpflichtet.
Bis 2030 will der Discounter den Salzgehalt bei seinen Pizzen und Fertigmahlzeiten um zehn Prozent senken. «Das ist ein bescheidener erster Schritt. Aber wir sind sehr dankbar, dass Aldi mitmacht», sagte Baume-Schneider. Das EDI will nach eigenen Angaben weiter mit der Lebensmittelbranche an einem Konsens arbeiten, eine rechtliche Regelung sei «derzeit nicht prioritär». Michael Beer, Vizedirektor des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), erklärte am Medienanlass, man gehe den Weg der Salzreduktion zusammen mit «Aldi als Vorreiter». Andere Firmen hätten bereits vorsichtig ihr Interesse angekündigt. Dieser Weg sei im Endeffekt viel schneller und produktiver, als jahrelang Verordnungen zu erarbeiten.
«Es ist für uns selbstverständlich, dass wir nach dem Zucker auch das Salz angehen», sagte Aldi-Suisse-Chef Jérôme Meyer gegenüber foodaktuell. Und: «Ich spüre, die Branche wird mitgehen.» Er räumte aber ein, dass Salzreduktion eine Challenge sei - nicht nur punkto Geschmack, sondern auch wegen der Haltbarkeit.
Knapp neun Gramm Salz konsumiert die Schweizer Bevölkerung im Schnitt pro Kopf und Tag - fast doppelt so viel wie der von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlene maximale Menge von fünf Gramm.